Episode 2 - Auswanderinnen erzählen: Interview mit Anna
Shownotes
Hej liebe Polarfunk-Hörer:innen,
habt ihr schon die neue Folge unseres Podcasts gehört? In Episode 2 hat Wiebke einen ganz besonderen Gast eingeladen: Anna – eine Auswanderin, die ihre Erfahrungen, Gedanken und Fotos aus dem hohen Norden mit Tausenden teilt.
Diese Folge ist ein echter Seelenwärmer für alle Schweden-Fans und Neugierige. Anna erzählt, wie sie eigentlich ganz zufällig für’s Studium nach Schweden kam, warum sie geblieben ist und was das Leben zwischen Stockholm und dem gemütlichen Erdbeerhäuschen an der Hohen Küste so besonders macht. Das Gespräch dreht sich um Herausforderungen beim Neuanfang, Mut zur Veränderung, Jobsuche, die Kraft der Natur und das entspannte miteinander Leben. Natürlich werden auch ganz persönliche Themen wie Familie, Schwangerschaft und die deutsch-schwedische Identität angesprochen.
Das erwartet euch in Episode 2:
Wie ein geplatzter USA-Traum Anna nach Schweden führte
Alltag zwischen schwedischer Gelassenheit und deutschen Wurzeln
Warum das Leben im einfachen Ferienhaus ohne fließendes Wasser glücklich macht
Unterschiedliche Jobkulturen: Mut zur Flexibilität beim Neustart
Kinderfreundlichkeit und Familienleben – persönlicher Vergleich zwischen Deutschland und Schweden
Anna’s ehrliche Tipps fürs Auswandern und Ankommen
Fun Fact aus der Folge: 2024 wurden in Schweden nur noch 98.500 Kinder geboren – ein historischer Tiefstand! Im Vergleich dazu sind es in Deutschland über 677.000… Wiebke und Anna sprechen über Erwartungen, Entwicklungen und Forderungen an die Politik.
Neugierig auf Bilder und noch mehr Schwedenliebe? Folgt Anna unbedingt auf Instagram! (https://www.instagram.com/anna.in.schweden/?hl=de))
Themenwünsche? In der nächsten Folge geht es ums Arbeiten & Jobsuche in Schweden.
Schickt uns gerne eure Fragen oder Themenvorschläge an Wiebke via Instagram: https://www.instagram.com/arcticforbeginners/?hl=de
Vielen Dank fürs Zuhören – bleibt neugierig und abenteuerlustig!
Und lasst gerne eine Bewertung da und folgt dem Podcast.
Hejdå aus Schweden!
Transkript anzeigen
00:00:00: Hey, ich bin Diebke.
00:00:01: Ich lebe seit vielen Jahren ganz im Norden von Schweden.
00:00:04: Und das hier?
00:00:05: Das ist Polarfunk.
00:00:08: Hände ich das Leben mit Schnee und Eis, aber auch die skandinavische Lebensart interessiert, dann bist du hier genau richtig.
00:00:16: Polarfunk.
00:00:17: Mein Podcast mit Geschichten aus dem Norden.
00:00:20: Hey, ich bin Wiebke und das ist Polarfunk und heute habe ich mir einen ganz besonderen Gast eingeladen.
00:00:27: Sie begeistert mit ihren Bildern, Texten und Videos aus Schweden.
00:00:30: Unglaublich viele Menschen.
00:00:32: Lässt uns alle ein bisschen nach Bullerby träumen, denn heute spreche ich mit Anna, auch bekannt als Anna in Schweden.
00:00:40: Und wir wollen ein bisschen über ihr Leben sprechen, was sie bewegt, wie sie das Leben in Schweden persönlich erlebt.
00:00:46: Und es soll auch ein bisschen vielleicht über Überraschungen gehen, die sie erlebt hat, eventuell auch über falsche Erwartungen und eigentlich alles, was so den Alltag in Schweden für sie wirklich ausmacht.
00:00:57: Und bevor wir jetzt richtig starten.
00:00:59: kommt noch meine kleine Nordnotiz am Anfang der Folge.
00:01:02: Die wird am Ende aufgelöst und ihr könnt mal alle ein bisschen mitraten.
00:01:05: Aber ich frage natürlich Anna als erstes ausgegebenem Anlass,
00:01:09: denn
00:01:10: Anna ist gerade in einer ganz besonderen Lebenssituation.
00:01:13: Anna ist nämlich bald Mama.
00:01:15: Und ich habe mich gefragt, ob du weißt, wie viele Kinder im Jahr ist in Schweden geboren worden und ob es da vielleicht eine Veränderung gab in den letzten Jahren.
00:01:27: Ja, hi Wiebke.
00:01:28: Erst mal ganz, ganz eben dank, dass ich dabei sein darf.
00:01:31: Schwierige Frage.
00:01:34: Ich find die auch schwer.
00:01:35: Ich hab sie auch nicht, ich hab's auch ge-googelt.
00:01:36: Ich wusste zwar nicht.
00:01:38: Ja, also ich muss sagen, ich bin bei dem ganzen Thema eher neu dabei, ist mein erstes Kind.
00:01:42: Und ich hab mich da noch gar nicht so richtig eingelesen.
00:01:45: Ich würde fast sagen, dass vielleicht, also das ja auch nach einem Trend gefragt, dass es vielleicht auch hier wie fast überall ein bisschen weniger wird mit Kindern.
00:01:54: Das wäre jetzt so meine Einschätzung.
00:01:57: Aber wie viele Kinder geboren wurden, kann ich dir echt gar nicht beantworten.
00:02:03: Ja, okay, kein Problem.
00:02:05: Also, ich werde auf jeden Fall am Ende der Folge das ein bisschen auflösen, weil ich die Zeit irgendwie ganz interessant fand und auch ein bisschen ein Vergleich zu Deutschland habe ich daraus gesucht.
00:02:12: Aber wir behalten die Frage einfach mal im Hinterkopf und schauen mal.
00:02:16: Vielleicht sagst du dem Nachhinein.
00:02:17: Vielleicht sagst du dem Nachhinein, das hätte ich jetzt gedacht oder vielleicht überrascht ich das auch total.
00:02:21: Also meine Einschätzung ist zumindest, dass es, ich sehe viele Kinder, aber das könnte natürlich auch daran gehen, dass ich jetzt danach ausschaue und mal gucke, wo sind denn Spielplätze?
00:02:30: Und was fahren die Leute für Kinderwarn
00:02:33: durch die Geburt?
00:02:35: Also mir ging das auch so, ich bin ja selber Mutter von drei Kindern und jedes Mal, wenn ich schwanger war, habe ich gefühlt nur schwangere gesehen und als meine Kinder dann da waren, habe ich nur Leute gesehen, die Kinder am gleichen Alter hatten.
00:02:45: Ja, genau, liegt
00:02:46: dafür.
00:02:48: Ja, aber na ja, ich bin gespannt.
00:02:50: Ja, ich auch.
00:02:51: Bevor wir jetzt richtig, also wir haben jetzt erst mal mit dieser Nordlothiz gestartet, aber und wir wissen jetzt schon, dass du schwanger bist, aber vielleicht magst du dich einmal kurz vorstellen, sagen, wer du bist und vielleicht auch, wie es dazu kam, dass du heute in Schweden lebst.
00:03:05: Ja, super, super gerne.
00:03:07: Also, mein Name ist Anna.
00:03:08: Ich komme gebürtig aus Norddeutschland, aus der Nähe von Bremen.
00:03:12: Da bin ich nineteenhundneinzig geboren.
00:03:15: Und ich bin seit zwei tausend neunzehn in Schweden und zwar nicht, weil ich den langen gehegten Traum vom Auswandern hatte, was ich ganz toll finde, wenn Leute sich diesen Wunsch erfüllen.
00:03:24: Aber bei mir war das ein bisschen anders.
00:03:26: Ich bin nämlich durchs Studium hergekommen und zwar eigentlich wollte ich ganz woanders studieren.
00:03:30: Das wurde dann aber kurzfristig abgesagt.
00:03:32: Dann war ich fix und fertig und hatte aber eine.
00:03:36: Ja, eine ganz, ganz tolle Mitbewohnerin, die auch heute noch eine ganz wunderbare Freundin von mir ist.
00:03:41: Und die hat gesagt, du, ich wurde in Uppsala angenommen hier in Schweden, also nördlich von Stockholm und geh doch mal zur Studentenadministration und drück auf die Tränen drüso und sag, da möchtest du auch hin.
00:03:52: Ich hab in Dänemark studiert mit ihr zusammen im Master und Dänemark, Schweden noch.
00:03:56: Die haben ja so ein bisschen so freundschaftliche Feindschaft.
00:04:00: Aber so die Uni so.
00:04:01: Die Unis und so sind ganz gut connectet.
00:04:03: und dann bin ich da halt hin und hab gesagt, hallo, mein Auslandssemester in den USA wurde gerade gekänzelt und ich hab jetzt keinen Platz mehr.
00:04:11: Kann ich bitte, bitte, bitte nach Uppsala gehen und dann haben die mich da tatsächlich noch reingeschoben und dann bin ich ganz spontan im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, im Sommer, Hab das eigentlich alles ihr zu verdanken?
00:04:31: Also ich hab da selber gar nicht so viel irgendwie mit zu tun gehabt, dass ich in Schwiggen
00:04:33: gelandet bin, sondern das war wirklich meine wunderbare Freundin.
00:04:34: Oh, wie schön.
00:04:35: Aber was für ein krasser Zufall.
00:04:36: irgendwie, ne?
00:04:37: Eigentlich, wer wolltest du hin?
00:04:38: in die USA?
00:04:39: Was hattest du da eigentlich angeschreibt?
00:04:41: New Mexico.
00:04:43: Also ganz ganz was anderes.
00:04:44: So ein Bäume, nur Wüste.
00:04:47: Aber ich war als OP-er in den USA und hab gedacht im Studium so, aha.
00:04:54: Einmal mache ich das jetzt noch.
00:04:55: Einmal gehe ich noch mal rüber.
00:04:56: Aber es sollte nicht so sein.
00:04:58: Und im Nachhinein war das wirklich einer der glücklichsten Zufälle, dass ich von einer ganz großen Enttäuschung, dass ich halt nicht in die USA kann, dann hier gelandet bin.
00:05:09: Und ja, jetzt nur denke ich so, oh, ein Glück.
00:05:13: Oh wow, das ist echt spannend.
00:05:15: Und wie ist es so, also du bist im Studium hergekommen und wann kam so?
00:05:19: der Moment, wo du gesagt hast, okay, ich bin jetzt mit dem Studium fertig.
00:05:23: Jetzt möchte ich aber irgendwie hier bleiben, wie war das?
00:05:26: Also es war eigentlich tatsächlich schon kurz nach meiner Ankunft, dass ich gedacht habe, so, irgendwie ist Schweden ganz anders, als ich es mir gedacht habe.
00:05:33: Ich war vorher nur einmal kurz auf der anderen Seite praktisch in Goetheburg für so einen kleinen Besuch für einen Wochenende und hab gedacht, oh, ist ganz nett hier, aber hat mir nie so weiter Gedanken um Schweden gemacht.
00:05:43: Ich hatte eher gedacht, dass ich nach dem Auslandsemester wieder nach Dänemark gehe, aber als ich dann hier angekommen bin und so ein bisschen ins Leben eingetaucht bin.
00:05:53: das erste mal so ein bisschen in der Natur, wo habe ich gedacht, ist ja ganz anders, als ich mir eigentlich vorgestellt habe, viel schöner und die Weite und die Natur und ja so ein bisschen diese entspannte Lebensweise, es hat mich schon relativ zügig so ein bisschen abgeholt.
00:06:06: und dann ja, war es eigentlich relativ klar, dass ich gedacht habe, vielleicht schreibe ich auch meine Masterarbeit hier und gar nicht irgendwie in Dänemark oder so.
00:06:14: und dann habe ich die Masterarbeit geschrieben und habe gedacht, vielleicht sucht mir einfach meinen ersten Job hier und dann bin ich ein Job eingestiegen.
00:06:21: Und dann war es eigentlich auch klar, dass ich eigentlich nicht wieder zurück wollte.
00:06:23: Es war nicht so leicht, weil da auch natürlich die Pandemie war und ich dann natürlich auch Schwierigkeiten hatte, einen Job zu finden.
00:06:29: Hab aber gemerkt, ich möchte alles tun, um hier bleiben zu dürfen.
00:06:32: Und das war für mich ein gutes Zeichen, dass ich mich hier sehr wohl fühle.
00:06:35: Oh, wie schön.
00:06:36: Ich glaube, aber so geht es auch ganz vielen.
00:06:38: Also, was ich hier... Man lernt ja dann als Deutscher im Aussaat auch immer wieder andere Deutsche kennen.
00:06:43: Und was man, glaube ich, so grundlegend sagen kann, ist, dass ganz viele nicht in... Also, dass ganz viele auch irgendwie Opfer bringen, um hier zu bleiben und in einem anderen Beruf arbeiten oder irgendwie was ganz anderes machen, einfach, um sich dieses Leben hier zu ermöglichen.
00:06:57: Und das finde ich immer so beeindruckend und auch inspirierend, wenn man dann so ein bisschen aus seiner Komfortzone geht, um sich das dann quasi hier zu ermöglichen.
00:07:04: Das ist total schön.
00:07:05: Also, ich habe im Master, das nannte sich, Culture, Communication und Globalization studiert.
00:07:10: Also, kann man alles mitmachen, aber auch irgendwie nix.
00:07:13: Aber ich komme eigentlich eher so aus dem, also ich habe Industriekauffrau.
00:07:17: früher mal gelernt und dann Kommunikation studiert und dann halt den Master gemacht.
00:07:20: Und wollte eigentlich so in die Richtung auch gehen.
00:07:23: Aber wie gesagt Pandemie, fremdes Land, ich konnte keinen Schwedisch und dachte, okay, ich will aber unbedingt hier bleiben.
00:07:29: Und ich habe dann im Customer Service angefangen zu arbeiten.
00:07:33: Also ich habe bei einem Unternehmen angefangen, wo wenn man dann halt Hilfe brauchte, man den Service angerufen hat und ich bin ans Telefon gegangen.
00:07:40: Das war halt auch ja eine ganz neue Erfahrung, aber ich wollte halt unbedingt hier bleiben.
00:07:44: Und ich habe wirklich am Ende gesagt, das ist mir eigentlich auch scheißegal.
00:07:47: Was für ein Job.
00:07:47: ich nehme, ich möchte hier bleiben.
00:07:49: Und ja, so habe ich dann angefangen, praktisch am Telefon zu arbeiten.
00:07:53: Ja, krass, ne?
00:07:54: Aber wenn man sich das überlegt.
00:07:55: aus deutscher Sichtweise, ist das ja so... Also wenn ich immer meine Eltern denke, meine Eltern, für die war das immer total wichtig, dass ich halt studiere, dass ich also gute Noten habe, da muss ich studieren, da muss ich einen Job haben, am besten verbeamtet sein, weil ich bin ja jetzt, ich habe ja Lehramt studiert, da muss man verbeamtet sein.
00:08:09: Und dann kauft man sich in ein Haus und dann ist man da und dann... Bleibt das das quasi.
00:08:12: das Leben ist so vorgeschrieben.
00:08:14: Und das ist natürlich, wenn man überlegt, du hast so viele Ausbildung gemacht, du hast ein tolles Studium gemacht international, dann das ist natürlich von außen betrachtet aus deutscher sich erstmal einen Rückschritt im Kundenservice zu arbeiten.
00:08:25: Aber du bist damit dann jetzt zufrieden gewesen, du bist ja auch immer noch bei der gleichen Firma, oder?
00:08:31: Genau, also ich arbeite nicht mehr am Telefon, das habe ich etwa ein Jahr lang gemacht, jetzt arbeite ich ein bisschen mehr im Hintergrund, aber ich kümmere mich um die Leute am Telefon, weil ich finde... Das ist wie du selber auch sagst, das ist so ein bisschen ein unterschätzter Job.
00:08:44: Also ich möchte jetzt nicht zu viel vom Thema abschweiten, aber für mich war es auch oder ist es auch immer wichtig zu sagen, es ist oft in Schweden meiner Meinung nach so, dass der erste Job einfach ein Sprungrett ist.
00:08:54: Es ist eigentlich fast egal, was man am Anfang macht, weil die Kontakte dadurch dann kommen und man sich ein bisschen einlebt, man zum Beispiel seine Bankkonten eröffnen kann, eine Person nun mal bekommt.
00:09:05: Das heißt, Für mich war das eher so, dass ich mir gesagt habe, eigentlich ist der erste Job auch ganz egal.
00:09:09: Hauptsache irgendwas, um gut anzukommen, um ins System zu kommen, Geld zu verdienen.
00:09:14: Und dann schaue ich mit da.
00:09:15: Und das ist auch das, was ich, wenn ich gefragt werde, was ist denn so ein Tipp für die Jobsuche?
00:09:19: Da sage ich immer, such nicht nach dem Traum, such nach was, wo du dich wohlfühlst, wo du das Gefühl hast, da kannst du loslegen und erstmal ankommen und dann kannst du von da dann die Suche weiter ausweiten, weil ich finde, das ist halt viel, viel einfacher.
00:09:32: Ich weiß nicht, wie das jetzt so im Umbereich Lehramt ist, aber... Dass ich jetzt hier in Stockholm so gemerkt habe, wenn man erstmal drin ist und erstmal einen Job hat, dann ist es auch viel einfacher zu sagen, okay, ich arbeite bei Firma XY, ich möchte jetzt vielleicht woanders arbeiten und man kann darauf dann ausbauen.
00:09:46: Ja, und das ist sowieso so cool in Schweden, also dass die Schweden oder die schwedische Kultur ist ja überhaupt nicht so wie die Deutsch, was das angeht, also dass man so in diesem System so drin ist und dann ist man einmal Lehrer und bleibt Lehrer für den Rest seines Lebens, weil ich bin ja auch gerade Nichtlehrerin, sondern man traut den Leuten viel mehr zu und wenn man sich beweist, dann hat man auch viel mehr Möglichkeiten, das ist total schön.
00:10:07: Ja, und ich finde auch ganz, ganz nett, dass zumindest ist das mein Eindruck, ich werde auch nicht so oft gefragt.
00:10:12: So was machst du denn beruflich?
00:10:13: Oder ich erzähle das dann kurz.
00:10:14: Und dann ist das Thema auch durch.
00:10:17: Und das ist recht erfrischen, muss ich sagen.
00:10:19: Also ich
00:10:19: bin immer
00:10:20: noch im Herzen sehr deutsch und ich bin auch sehr stolz auf die Sachen, die ich gemacht habe.
00:10:25: Und ich verstehe auch, wenn man irgendwie was Tolles studiert hat oder so oder einen Job hat, für den man brennt, dass man da gerne drüber spricht.
00:10:31: Also ich möchte das gar nicht verurteilen, dass man das gerne macht.
00:10:33: Aber ich finde das persönlich sehr erfrischen.
00:10:36: Das ist halt jetzt nicht so... Er ist nicht mein Aushängeschild, also mein Job ist nicht die erste Definition die Leute von mir haben, sondern der gehört halt dazu, aber dann wird auch direkt weiter gefragt, was machst du in deiner Freizeit und gehst du schief an?
00:10:48: Das finde ich ganz angenehm.
00:10:51: Auf jeden Fall, ich finde das auch ein guter Punkt, weil das ist... Tatsächlich so, ich muss es direkt selber nachdenken.
00:10:56: Ich finde, wenn ich in Deutschland sage, ich bin Lehrerin, dann kommt immer die gleiche Reaktion.
00:10:59: Also von Leuten, die nicht so gern zur Schule gegangen sind, dann ist es eigentlich immer so, oh, Lehrer, oh mein Gott.
00:11:04: Und welche Fächer hast du?
00:11:06: Und dann sage ich irgendwie meine Fächer und dann sagen die, oh Gott, ich hab... Also Biologie habe ich ja gehasst in der Schule.
00:11:11: Und dann ist man irgendwie gleich so abgestempelt.
00:11:12: Und dann ist es so, ist man gleich irgendwie unsuppartisch, wenn man Lehrer ist.
00:11:16: Und irgendwie, ja, das ist wirklich so, wie du sagst.
00:11:19: Das ist echt eine ganz kurze Frage.
00:11:21: Was machst du beruflich?
00:11:22: Aber dann ist viel wichtiger.
00:11:23: Was bist du eigentlich für ein Mensch?
00:11:24: Also, welche Hobbys hast du?
00:11:25: Was magst du?
00:11:26: Was sind deine Vorlieben?
00:11:27: Das ist total cool, ja.
00:11:29: Ja, und das versuche ich auch selber so ein bisschen zu übernehmen.
00:11:32: Also, weil, wie gesagt, ich komme aus Deutschland, hab bis sich ungefähr ... Zweiundzwanzig war in Deutschland gewohnt, danach dann halt nicht mehr, aber trotzdem halt eine sehr lange Zeit und die prägenen Jahre praktisch.
00:11:43: Aber ich sehe das immer so ein bisschen nach dem Motto, ich kann halt viel lernen und ich kann mir auch anschauen, was machen Leute hier vielleicht anders, was mir irgendwie positiv auffällt und dasselbe auch so zu übernehmen.
00:11:53: Und ich versuche selber auch ein bisschen zu sein, dass ich halt mich nicht so daran aufhänge.
00:11:57: was Leute jetzt so auf dem Lebenslauf stehen haben, sondern ein bisschen mehr ins Detail zu gehen, ist okay.
00:12:02: Wir haben gesehen davon, wie du dein Geld verdienst.
00:12:04: Wofür gibst du dein Geld denn gerne aus?
00:12:06: Ein bisschen mehr in die Richtung zu gehen, um ein bisschen dahinter die Fassade zu schauen, was Leute gerne mögen.
00:12:10: Und ich finde, dass hier eigentlich sehr, sehr schön in der Hinsicht.
00:12:14: Ja, mir geht es auch ähnlich, weil hier im Norden ist es ja so, dass man auch superabhängig von seinen Nachbarn ist.
00:12:19: Kennst du ja auch, weil... Du lebst ja an zwei Stellen, kann man fast sagen, oder ihr habt ja zwei.
00:12:26: Wie sagt man, zwei zu Hause in Schweden, kann man fast schon sagen.
00:12:28: Einmal seid ihr in Stockholm und dann seid ihr in eurem Erdbeerhäuschen schon ziemlich weit oben im Norden, an der Nähe der hohen Küste oder an der hohen Küste.
00:12:36: An der hohen Küste, genau.
00:12:37: An der hohen
00:12:37: Küste, ne?
00:12:39: Und hier im Norden bei uns ist es ja so, dass man sich auch echt auf seinen Nachbarn verlassen muss.
00:12:43: Und manchmal ist es schon so, dass die Leute, die sind halt auch manchmal ein bisschen einfacher gestrickt, sag ich mal.
00:12:47: Und in Deutschland war ich super.
00:12:49: Streckt und da war ich so in meiner Bubble drin in meiner Stadt und meiner Bubble und hab mich auch nur mit Leuten umgeben, die halt auch Bio-Essen gekauft haben und weiß so, behalt irgendwie so in meiner eigenen Welt und hätte wahrscheinlich mit den Leuten, hätte er auf sie herab geguckt in manchen Punkten.
00:13:05: Und ich finde es krass, dass ich mich selbst so verändert habe, weil mir ist es eigentlich egal, was die Leute, auch wenn die manchmal einen doofen Spruch sagen, mit dem ich nicht da korb bin, dann sind mir ihre Taten viel wichtiger.
00:13:14: und dann ist es halt einfach super lieb, wenn der Nachbar, der halt ... auch ganz gerne mal einen trinkt zum Beispiel.
00:13:21: Und uns Holz vorbeibringt und uns total hilft im Winter mit dem Schnee und ein super lieber Kerl ist.
00:13:27: Also weißt du, ich kann es richtig in Worte fassen, aber man ist nicht mehr so in diesen Kasten denken drin, wie wir es in Deutschland oft sind.
00:13:35: Das ist hier ganz anders in Schweden.
00:13:37: Ja, genau.
00:13:38: Also bei mir ist es auch so, dass ich natürlich so meine ganzen Zwanziger gar nicht in Deutschland verbracht habe bis auf ein Praktikum sechs Monate mal in Berlin.
00:13:45: Aber das war auch wirklich ... Ja, das war ... nicht die beste Zeit meines Lebens, muss ich sagen, weil da hatte ich wirklich mal richtig schön krassen Arbeitsalltag von sehr, sehr früh morgens bis sehr spät abends.
00:13:55: Deswegen, also da war ich auch froh, dass ich da in die Richtung nicht weitergegangen bin.
00:13:59: Aber ja, genau, wir leben zwischen also die Hälfte der Zeit praktisch in Stockholm, beruflich wegen.
00:14:05: Also mein Partner ist Schwede und er muss hier halt auch öfter dann halt im Büro sein, deswegen pendeln wir praktisch immer.
00:14:12: Und ... Die restliche Zeit verbringen wir halt dann im Norden, also in Wester-Norland an der hohen Küste.
00:14:17: Da kommt er auch her und seine Familie wohnt dort und da sehen wir uns langfristig auch.
00:14:22: Aber das ist noch mal ein anderes Thema, glaub ich.
00:14:26: Aber genau, es ist für mich ein sehr bereichernder Lebensweg.
00:14:30: Also ich weiß auch, dass ich da sehr viel Glück habe, dass wir das so machen dürfen.
00:14:33: Aber es ist halt sehr schön, so ein bisschen natürlich Stockholm, Stadtleben, ganz aufregend, so am Puls der Zeit so ein bisschen zu sein, aber gleichzeitig auch die Möglichkeit zu haben.
00:14:43: zu sagen, ich fahre jetzt wieder in den Norden, ich gehe da in mein kleines Häuschen ohne fließendes Wasser mit einem Plumsklunkarten und besinne mich mal wieder ein bisschen darauf, was eigentlich wichtig ist.
00:14:52: und wie du selber sagst, bin auch ein bisschen darauf angewiesen, Gemeinschaft zu haben.
00:14:57: Also ich kann nicht alles alleine da machen und andere auch nicht und man hilft sich und ja, man lässt die Leute glaube ich da auch so ein bisschen sein, wie sie sind.
00:15:07: Ich finde es auch sehr schwedisch zu sagen, dass man den Leuten nicht direkt die eigene Meinung so aufdrückt.
00:15:14: Also ich finde das sehr angenehm hier.
00:15:15: Das hat natürlich auch so zwei Seiten, ne?
00:15:17: Weil manchmal weiß man dann auch nicht, woran man ist, weil ja niemand so gerne sagt, was er genau denkt.
00:15:22: Aber ich finde es auch sehr angenehm, dass man so ein bisschen das Gefühl hat, man nimmt sich so mit seinen Ecken und Kanten gegenseitig ein bisschen an und haut das nicht so direkt als Feedback raus, was man so vorhanden hält.
00:15:34: Und das ist auch was, was ich hier sehr, sehr zu schätzen weiß.
00:15:37: Ja, das geht mir genauso.
00:15:39: Okay, mich würde mir interessieren, jetzt hast du ja einen ganz besonderen Alltag, so ein bisschen zwischen zwei Welten, weil der Norden ist ja schon nochmal ganz anders als Stockholm.
00:15:47: Aber was sind denn so die Dinge, die du an deinem schwedischen Alltag besonders liebst?
00:15:53: Also ich glaube, was ich halt besonders... an meinem Alltag hier.
00:15:57: Liebe geht so ein bisschen damit einher, was ich eben schon angesprochen habe, nämlich, dass sich nicht alles um meine Arbeit dreht.
00:16:02: Also, ich glaube, wir können uns darauf einigen, wir müssen alle Geld verdienen, wir haben alle irgendwie Träume und Ziele und... Leben kostet Geld und auch viele schöne Sachen zu machen, wie zum Beispiel halt, dass wir ein Ferienhaus haben.
00:16:14: Natürlich ist das viel Arbeit, aber ich weiß sehr an meinem Alltag zu schätzen, dass ich viel arbeite, aber das ist irgendwie nicht... nicht meine einzige Persönlichkeit.
00:16:23: Also ich habe wirklich auch das Gefühl, ich habe genug Freiraum für meine Freizeit und wer ich sonst so als Person bin, abgesehen von Anna, die zur Arbeit geht.
00:16:33: Und das ist für mich wirklich ganz, ganz viel wert.
00:16:37: Und vielleicht auch einer der Hauptgründe, warum es mir hier persönlich so gut geht, dass ich das Gefühl habe, meine Nicht-Arbeitspersönlichkeit hat genauso viel Wert wie das, was ich hier auf der Arbeit leiste oder was ich produziere oder ... womit ich mich so rühmt, wenn man zieht.
00:16:51: Heute habe ich dieses oder jedes Projekt gemacht.
00:16:53: Das ist halt ein bisschen mehr Mittel zum Zwecke.
00:16:56: Es ist einfach dazu da, dass man hier ein schönes Leben hat und rausgehen kann in die Natur und Zeit mit Freunden oder sonst was verbringt.
00:17:04: Ja, also ich würde sagen, das ist ein ganz großer Punkt für mich, warum es hier wirklich gut geht.
00:17:10: Ja, sehr schön.
00:17:11: Und jetzt bist du ja schon relativ lange in Schweden, wie viele Jahre?
00:17:15: Sind das jetzt sieben Jahre oder sechs Jahre?
00:17:18: Sechs Jahre, ja.
00:17:19: Sechs Jahre, wow.
00:17:20: Gibt es dann immer noch im Alltag so kleine kulturelle Unterschiede, die dich immer wieder überraschen?
00:17:25: Gibt es das noch?
00:17:26: Oder bist du jetzt eigentlich schon richtig drin in dem Game sozusagen?
00:17:29: Weißt du schon genau, wie alles läuft?
00:17:32: Also ich glaube, dass ich mittlerweile vieles durchschaut habe.
00:17:35: Das heißt aber natürlich nicht, dass ich jetzt nicht immer noch manche Sachen ein bisschen merkwürdig finde.
00:17:40: Ich glaube, einer der wichtigsten Punkte ist, dass man sehr zwischen den Zeilen lesen muss und mir auch oft gesagt wird, Das Schweden oder Schweden nennt das an Deutschen auch oftmals erfrischen finden, dass wir doch gerne einfach mal auf eine Frage eine ehrliche Antwort geben, auch wenn die vielleicht dezent unbequem ist.
00:17:57: Und ich finde hier in Schweden muss man ein bisschen aufpassen, dass man zwischen den Zeilen liest, dass das eine Antwort nicht immer direkt ausgesprochen ist.
00:18:08: Ich weiß jetzt kein bestimmtes Beispiel, aber das man oft gesagt wird nie ist alles okay.
00:18:11: Passt schon.
00:18:13: Du spürst ja der Vibe.
00:18:14: Vielleicht ist nicht alles okay.
00:18:16: Und vielleicht muss man nochmal nachfragen.
00:18:19: Und so im Arbeitskontext finde ich ganz spannend, dass ich arbeite zwar in einem internationalen Unternehmen, aber es ist natürlich sehr, sehr, sehr schwedisch trotzdem.
00:18:26: Also es ist ein schwedes Büro.
00:18:28: Und da zum Beispiel auch diese Kultur, dass man Sachen ausdiskutiert.
00:18:32: Also dass da eigentlich kein Chef sitzt, der dann irgendwie sagt so.
00:18:37: Hier, jetzt hören wir auf zu diskutieren, wir machen das jetzt so, sondern dass alle irgendwie so das Recht haben, ihre Meinung dazu abzugeben,
00:18:43: was
00:18:43: wir halt auch auf meiner Meinung nach daraus darin resultiert, dass wir uns gerne im Kreis drehen und das Dinge, Prozesse länger dauern, als sie möglicherweise in Deutschland dauern würden, weil irgendwann jemand sagen würde, Leute, wir müssen hier jetzt mal zum Punkt kommen und abstimmen und dann mehr halt entscheidet oder so, wie ist das halt auch so, meiner Meinung nach, dass man, ja.
00:19:05: Leuten das Recht einrollen, jeder dafür seinen Senf dazugeben.
00:19:08: Aber wenn jeder einen anderen Senf hat, dann steht man am Ende da und sagt oft, jetzt haben wir noch kein Ergebnis müssen, wollen wir noch mal ein neues Meeting ansehen.
00:19:17: Genau, genau.
00:19:18: Niemand macht das so kompliziert gerade.
00:19:22: Ja, es ist
00:19:23: spannend.
00:19:24: Fühle ich auch beides total.
00:19:26: Sowohl dieses, was du sagst, dass Konflikte nicht direkt angesprochen werden, dass es ... Manchmal auch ein bisschen anstrengend.
00:19:33: Man muss auch selbst wenn man die Sprache gut kann, muss man wirklich sehr, sehr viel zwischen den Zeilen lesen.
00:19:39: Es gibt teilweise viel Interpretationsspielraum, was mich oft auch verunsichert.
00:19:44: Und grade was du sagst über die Meetings.
00:19:46: Also wir haben in der Schule immer zweimal die Woche Meetings.
00:19:49: Und es ist immer so, man denkt sich immer so, aha, also jetzt nach vier Jahren in Schweden, also ich hab vier Jahre jetzt hier als Lehrerin gearbeitet, da denke ich mir manchmal so, boah, meine Lebenszeit fließt dahin, die Diskussionen.
00:20:02: Aber es hat ja wirklich alles vor und nachteil.
00:20:04: Es ist ja auch schön, dass man versucht einen Konsens zu finden und dass alle zufrieden sind mit der Entscheidung.
00:20:09: Also es fühlt sich ja keiner übergangen und das ist ja auch sehr angenehm.
00:20:13: Manchmal habe ich gar keine Meinung zu irgendwelchen Themen.
00:20:18: Ja,
00:20:18: ich finde auch, es sind zwei Seiten von gleichen Coin im Prinzip.
00:20:22: Deswegen bin ich auch nicht so dafür zu sagen, hier in Schweden ist alles besser.
00:20:25: Es sind halt viele Dinge anders und man muss für sich selbst einfach herausfinden, ist das was, wie ich als Person gerne leben möchte?
00:20:32: Also bin ich okay damit?
00:20:34: zu sagen, Dinge dauern länger.
00:20:35: Ich muss mich damit abfinden, dass hier Effizienz vielleicht nicht unbedingt der höchste Stellenwert hat oder den höchsten Stellenwert hat.
00:20:42: Aber gleichzeitig finde ich auch, Dinge werden hier auch gemacht.
00:20:45: Also zwar anders, aber ich habe jetzt nicht das Gefühl, zum Beispiel bei mir auf der Arbeit, dass wir grundsätzlich schlechter arbeiten als andere Leute.
00:20:52: Also dementsprechend ist das, glaube ich, ein sehr komplexes Thema.
00:20:55: Man muss da sehr persönlich schauen.
00:20:57: Ist das was für mich?
00:20:58: Also für mich ist das schwer zu sagen, das ist gar nichts für... für mich.
00:21:03: oder ich möchte lieber wieder komplett wie in Deutschland arbeiten, ein bisschen mehr Struktur und so.
00:21:07: Also ich finde, man muss da einfach als Person schauen, arbeite ich lieber strukturiert oder ist es für mich okay, mich manchmal ein bisschen im Gleis zu drehen, aber gleichzeitig zu denken, na ja, wenigstens konnte ich mir die Meinung von allen anderen auch mal anhören und das muss man halt wirklich selbst entscheiden und vielleicht auch selbst mal erlebt haben.
00:21:21: Deshalb bin ich immer sehr befürwortet dafür zu sagen.
00:21:24: auch keine Lebensentscheidung ist für immer.
00:21:26: Ich sehe mich in Schweden, ich möchte da mal hin, da mal arbeiten, dann go for it.
00:21:31: Aber ich finde das auch okay, wenn Leute sagen, ah, das hat mir nicht so gut gefallen, es passt nicht so gut zu mir, dass es dann jetzt auch nicht so ein Fail ist, sondern dass man sagen kann, ja, du hast es aber ausprobiert und jetzt weißt du es.
00:21:40: Ja, genau.
00:21:41: Ich glaube auch, das ist auch so eine Sache in Deutschland, dass man immer alles so absolut sieht.
00:21:45: Und dass es dann immer als Scheitern wahrgenommen wird, wenn man zurückgeht.
00:21:48: Aber wenn man sich anschaut, ich glaube, die meisten ... Experts, die herkommen zum Arbeiten, die bleiben im Schnitt zwei Jahre und dann gehen die meisten wieder auch wieder weg aus Schweden.
00:21:57: Also die wenigsten bleiben so wie wir jetzt länger hier tatsächlich.
00:22:01: Es ist ganz interessant, wenn man das am Hinterkopf hat.
00:22:04: Wie reagieren die Menschen in Deutschland, wenn du ihnen von deinem Alltag hier in Schweden erzählst?
00:22:10: Also ich glaube, dass meiste, was meine Freunde oder Leute, die mich kennenlernen, echt verwundert ist, dass wir wirklich sehr viel Zeit Ja, gefühlt am Popo der Welt verbringen.
00:22:21: Aus deutscher Sicht ist das natürlich so, wenn man jetzt sagt, okay, du fliegst nach Stockholm und dann fährst du aber noch mal einen halben Tag weiter Richtung Norden.
00:22:28: Du kennst das ja auch.
00:22:29: Du fährst ja noch weiter als ich.
00:22:32: Und für dies ist, glaube ich, immer sehr spannend zu hören, wie gerne wir an so einem Ort sind, wo du halt nicht mal fließen Wasser hast, weil man sich das, glaube ich, im ersten Moment schwer vorstellen kann.
00:22:42: Weil das halt so zum Alltag dazugehört, dass man auf Klo geht, die Spülung drückt und dann muss man sich mit seinen Hinterlassenschaften nicht mehr beschäftigen.
00:22:50: Aber natürlich bei uns ist das so, du gehst aus Plums Klo und irgendwann wird es auch Zeit, das auszulernen.
00:22:55: Das sind so Sachen, die gehören einfach dazu.
00:22:58: Für uns sind sie mittlerweile normal.
00:23:01: Mein Partner Melker ist Schwede, also für ihn ist das noch normal als für mich mittlerweile.
00:23:07: Und ich glaube, das sind so Sachen, die die Leute dann sehr interessieren.
00:23:09: Ach, okay, erzähl mir noch mal mehr.
00:23:12: Findest du das so toll?
00:23:13: Also, was hat das verändert?
00:23:15: und so?
00:23:16: Weil es im ersten Moment vielleicht gar nicht so attraktiv klingt, zu sagen, Arnie, also ich finde das ganz toll, sich vielleicht meinen Ferienhaus zu mieten ohne fließendes Wasser, aber kann ich dir total empfehlen, ist total irgendwie schön.
00:23:25: Und dann kommt die Frage so, wieso denn?
00:23:29: Und auch Feedback, dass ich sonst so relativ oft bekomme, ist einfach, dass ich ausgeglichen bin.
00:23:34: Ich weiß natürlich immer nicht so ganz genau, liegt es jetzt daran, dass ich jetzt mittlerweile auch fast Mitte dreißig bin und nicht mehr Anfang zwanzig.
00:23:42: Dass ich gemerkt habe, wohin meine Karriere gehen soll oder dass ich vielleicht gar nicht so karriereaffin bin, wie ich jetzt vielleicht mal dachte.
00:23:48: Aber das sind so ein bisschen das Feedback, dass ich bekomme, dass man mir schon anmerkt, dass sie anscheinend.
00:23:53: mich mit Leuten umgebe, die relativ entspannt sind und die auch Dinge nicht so eng sehen.
00:23:57: Also wie jetzt zum Beispiel diese ganze Sache mit Prums-Clo, dass ich da einfach sage, so Leute, wir gehen da halt alle hin.
00:24:03: Für mich ist das kein Thema und du brauchst dich dafür auch nicht schämen, wenn du mich besuchen musst.
00:24:07: Du dann auch auf dieses Prums.
00:24:09: Das ist alles in Ordnung.
00:24:12: Ja, ich glaube, das sind so zwei Themenbereiche, die immer sehr oft angesprochen werden, ja.
00:24:16: Ja, ich bin total bei dir.
00:24:18: In der Familie haben wir auch eine Ferienhäuschen in Smallland, was auch diesen Standard hat.
00:24:23: Also, wir haben einen Wasserhahn in der Küche, das ist schon Luxus.
00:24:29: Wir haben halt auch einen Plumpskloder, und ich liebe es auch, dahin zu fahren, weil das ist halt dieses einfache Leben, was ... unglaublich erdet und ein unglaublich entspannt.
00:24:39: Und man sieht dann auch mal, also wir heizen jetzt zum Beispiel unser Haus hier größtenteils mit Holz.
00:24:44: Und ich finde die Arbeit, die da drin steckt, sein eigenes Haus zu heizen, es ist super viel Arbeit.
00:24:49: Also es sieht immer romantisch aus, aber es ist wirklich in Arbeit, gerade im Winter, wenn wir minus zwanzig, minus dreißig Grad haben.
00:24:55: Aber ich bin dadurch so entspannt und geerdet und ich weiß so sehr zu schätzen, was ich habe.
00:25:01: Ich glaube, ich können die Leute in Deutschland gar nicht verstehen.
00:25:03: Ich finde es immer komisch, weil ich bei meiner Schwester in Berlin bin und dann einfach die Heizung, die Zentralheizung läuft und so.
00:25:08: Ich find das mittlerweile total verrückt, dass es sowas gibt.
00:25:11: Das ist natürlich entspannt irgendwie oder einfach.
00:25:14: Aber ich liebe es vielmehr, dieses einfache Leben zu führen und es ein bisschen back to the roots zu sein.
00:25:18: Weil mich das immer erinnerlich sehr vielmehr entspannt, als jetzt in Berlin zu leben zum Beispiel.
00:25:23: Ja, ich merke, dass meine Eltern sehr gerne zu uns nach Schweden kommen.
00:25:27: Das war auch der Hauptgrund, warum wir gesagt haben, wir kaufen uns schon relativ anführungs- jung ein Ferienhaus, weil wir gesagt haben.
00:25:36: Es ist absehbar, dass wir auf jeden Fall hier unseren Lebensmittelpunkt in Schweden haben werden, aber ich komme natürlich aus Deutschland.
00:25:41: Ich hab da Familie, ich hab zwei jüngere Brüder, meine Eltern, mit denen ich mich gut verstehe und die ich gerne um mich haben möchte und natürlich gerade jetzt auch mit dem Gedanken, dass wir ein Kind bekommen.
00:25:51: Da möchte ich natürlich, dass auch da Oma und Opa irgendwie eine Rolle spielen, deshalb haben wir relativ früh entschieden, okay.
00:25:57: wenn wir uns irgendwie ein Ferienhaus kaufen, dann soll das auch ein Ort sein für andere Leute.
00:26:02: Also jetzt gar nicht so, wie uns primär sagen, da sind wir jetzt, da kann jetzt keiner hin, sondern eher so ein bisschen nach dem Motto, bitte lasst uns wissen, wann ihr uns besuchen haben wollt und dann machen wir das bereit, dass das Haus frei ist für euch.
00:26:12: und meine Eltern waren jetzt schon sehr oft da und sind jetzt auch gerade wieder dort, also so Mitte Oktober, wollen sie da auch noch mal wieder ein bisschen verbringen.
00:26:22: Und ja, die sind halt wirklich auch total ... Deiner Meinung also im Prinzip zu sagen irgendwo hinzufahren, wo du dein Haus selber heizen musst, wo du dem Wassersparsam umgehen musst, wo du dir vorher überlegst, was brauche ich jetzt an Lebensmitteln für die Woche, wo du schaust, habe ich Batterien da, habe ich Taschenlampen, habe ich genug anzuziehen, brauche ich noch irgendwie eine Bettwäsche, also sich einfach ein bisschen zu hinterfragen.
00:26:47: Was brauche ich eigentlich an so essentiellen Dingen, um... eine gute Zeit zu haben, weil halt nicht alles direkt verfügbar ist.
00:26:53: Ich glaube, das ist ein supererdenes Gefühl, einfach mal zu sagen.
00:26:57: Theoretisch, in meinem normalen Alltag kann ich alles erreichen oder kaufen, was ich theoretisch in diesem Moment brauche.
00:27:03: Also man kann rausgehen zu Edeka fahren und sich immer eben dann keine Ahnung im Salat kaufen.
00:27:08: Aber wenn du halt irgendwie an so einem Ferienhaus bist oder wie bei euch dann im Winter bei minus zwanzig Grad, überlegten Sie es halt zweimal so, okay, fahre ich jetzt deswegen irgendwo hin und man plant ein bisschen mehr in die Zukunft.
00:27:18: Man schaut ein bisschen mehr, was ist denn wirklich wichtig?
00:27:20: Und ich glaube, das hilft total dabei, den kleinen Alltagsluxus auch überhaupt zu sehen.
00:27:24: Weil wenn ich dann wieder in Stockholm bin in unserer Wohnung und aus Klo ging kann und ich spüle einfach und alles ist weg, oder ich kann Hände waschen oder kann sagen, oh, ich möchte jetzt gerne mal kaltes Wasser trinken und kann den Wasserhahn mal ein bisschen länger auflaufen.
00:27:37: Da denke ich schon immer so, wow, eigentlich voll verschwenderisch.
00:27:39: Aber was für ein Luxus, dass ich jetzt ein eiskaltes Glas aus dem Wasser haben kann.
00:27:44: Und ich glaube, das ist ganz, ganz hilfreich, diesen Reality-Check ein bisschen zu haben, dass wir trotzdem sehr luxuriös leben, indem wir eigentlich so warme Wohnungen haben und fließendes Wasser und so.
00:27:55: Ja, total schöner Gedanke auf jeden Fall.
00:27:58: Ihr seid nicht verheiratet, ne?
00:27:59: Ihr seid in einer Partnerschaft.
00:28:01: Ihr seid verlobt, ja stimmt, ihr seid verlobt, ja.
00:28:04: Ich kann
00:28:04: den Ring nur nicht tragen momentan, weil meine Finger zu dick sind.
00:28:08: Ja, ich kann mich noch erinnern, ich hatte das auch, ja.
00:28:11: Ach Mensch, aber ihr seid verlobt.
00:28:13: Ich bin
00:28:13: rechtzeitig abgenommen, weil ich sehr doll angeschaut bin.
00:28:16: Ich stecke bleibt und jetzt habe ich verletztens versucht, den mal anzustecken und es hat wirklich gar nicht geklappt.
00:28:21: Also wir sind verlobt.
00:28:22: Ja, es kommt wieder.
00:28:24: Also ihr seid verlogt und ich bin natürlich ganz gespannt, was fällt dir denn manchmal vielleicht an deinem Partner, an deinem Verlogten auf, was ist so typisch?
00:28:31: Was vielleicht anders wäre jetzt als bei einem deutschen Partner, sobald du so berichten möchtest, weil es dir da um was auffällt, so was kulturelle große Unterschiede sind und jetzt nicht vielleicht auf deine Partnerschaft bezogen, aber gab es vielleicht auch mal Momente, in denen du dich ein bisschen fremdgefühlt hast und wie bist du dann damit umgegangen?
00:28:46: Also ich muss sagen, das was mir an ihm sehr auffällt, ist einfach... dass ich das Gefühl habe, zumindest, dass man merkt, dass er auch aus dem Norden von Schweden kommt.
00:28:54: Weil in meiner Meinung nach merkt man das schon, ob jemand von Ros geworden ist oder halt im Norden.
00:29:00: Und er ist wirklich schwer entspannt.
00:29:03: Also ich würde selbst auch als relativ entspannte Person beschreiben, aber im Vergleich zu ihm bin ich wirklich Panik.
00:29:10: Also ... Und das ist total die tolle Erfahrung, muss ich sagen, mit Leuten zusammen zu sein, die wirklich so klar ... Denken, dass sie auch in den meisten Fällen wirklich sagen, aber das ist eigentlich gar nicht so schlimm, was du gerade so an irgendwie erlebst.
00:29:27: Wo du das Gefühl hast, das ist ganz dramatisch.
00:29:28: Eigentlich ist es wirklich nicht schlimm und dann denke ich mir so ja, eigentlich hast du auch recht.
00:29:31: Eigentlich mache ich hier ein Film für gar nichts.
00:29:35: Und also das ist wirklich was, was ich finde, was man auch vielen Schwede schon.
00:29:40: Menschen anmerkt, dass die halt ein bisschen geerdet sind und dass die halt erst mal nachdenken, bevor es gesagt wird und nicht direkt reagieren.
00:29:46: Also ich finde, das ist sehr schwedisch, erst mal ein bisschen in sich zu gehen und zu sagen, ich denke mal eben kurz ein paar Minuten drauf rum und dann mache ich den Mund auf und nicht direkt, also ich bin eher so nach dem Motto, aus mir sprudelt es direkt aus.
00:29:58: Und
00:30:00: dann rede ich mich vielleicht selber auch in irgendwelche Gefühle rein, die eigentlich hätten die gar nicht so schlimm sein müssen, aber dadurch, dass ich direkt so reaktiv bin.
00:30:10: Ja, ist das für mich, glaub ich, oft ein bisschen, ja, alles bisschen dramatischer als für ihn, weil er erst mal drüber nachdenkt, sich so denkt, okay, ist jetzt nicht ideal, aber findet sich schon eine Lösung.
00:30:18: Und bei mir ist gleich so, oh Gott, oh Gott.
00:30:20: Und das ist für mich sehr wertvoll, jemanden zu haben, der in der Hinsicht ganz anders ist als ich.
00:30:25: Und wenn es so rumgeht, so, okay, hab ich mich mal fremd gefühlt.
00:30:29: Ich würde sagen, definitiv.
00:30:31: Aber ich hab damit dann ganz gut einen Weg gefunden, mir zu sagen, na ja, ich bin ja auch fremd, also ohne das Werten zu meinen.
00:30:39: Die Leute, mit denen ich hier in Kontakt komme, gerade als ich hierhergekommen bin, die haben ja ihr Leben hier.
00:30:43: Also im großen Teil sind die irgendwie aufgewachsen oder haben schon länger in der gleichen Stadt gelebt, haben ihre Freundeskreise.
00:30:49: Also, ja, blöd gesagt, die brauchen jetzt keine neuen Freunde.
00:30:53: Also, damit habe ich mich so ein bisschen beruhigt, um mir zu selber zu sagen, es ist schon okay, dass mich jetzt hier nicht jeder mit so einem Welcome-Banner irgendwie begrüßt und sagt so, wir haben hier nur auf dich gewartet.
00:31:05: Und das ist auch immer was, was ich gerne Leuten mitgebe, die sagen, ich möchte gern mein Ausland, ich habe aber Angst, keinen Anschluss zu finden oder ich bin gerade im Ausland und ich fühle mich noch sehr einsam, dass ich halt auch sage, ja, man muss sich halt immer bewusst machen, man ist ja auch die Person, die gerade neu dazugekommen ist und die Leute, die man trifft, sind oft Menschen, die haben hier halt schon ihr Leben.
00:31:23: Die haben ihre Freunde, Familie, sind hier aufgewachsen, vielleicht Kinder oder ... Sportvereine, also das dauert alles seine Zeit und das hat mir ehrlich gesagt auch ein bisschen Mut gemacht zu sagen, ja okay, es ist schon irgendwie auch normal, dass ich dieses Gefühl habe, dass ich hier alleine bin, weil im Prinzip bin ich es auch.
00:31:40: Und das hat mir geholfen zu sagen, okay, das bedeutet einfach auch, dass ich aktiv werden muss, dass ich... versuchen muss, Leute kennenzulernen, weil die brauchen es im Prinzip nicht.
00:31:48: Blöd gesagt, die haben Freunde und so, die brauchen jetzt nicht noch eine extra Freundin.
00:31:51: Aber da muss man dann selber an sich glauben und sagen, hab ich meine gute Freundin und ich versuche jetzt, mir Menschen zu suchen, die das dann auch so sehen.
00:31:59: Ja.
00:32:01: Wobei, also ich fühle total, was du sagst, also wirklich hundert Prozent.
00:32:04: Ich seh das auch immer so, dass wir ja im Endeffekt hierher gekommen sind.
00:32:07: Und gerade im Norden, das ist ja so, die Leute sind, viele, die hier leben, die sind ... hier zur Schule gegangen, also waren hier im Kindergarten gemeinsam, sind dann gemeinsam zur Schule gegangen, sind gemeinsam an die Uni gegangen.
00:32:19: und gerade bei Lehrern finde ich es krass, ich habe einige Lehrerinnen und Kollegen, die auch quasi wieder an der gleichen Schule als Lehrerinnen arbeiten oder als Lehrer arbeiten, an der sie selber zur Schule gegangen sind und ich finde das total verrückt, aber natürlich... Die haben ihren Freundeskreis, die haben ihre Familie in der Nähe, die brauchen jetzt nicht noch eine neue Person.
00:32:38: Und das ist ganz toll, was du gesagt hast, dass das ganz normal ist, dass man fremd ist und sich auch fremd fühlen darf.
00:32:44: Ich glaube, dass wir uns manchmal selber, wenn wir diesen Weg gehen, ins Ausland zu gehen, dann haben wir so selber diese Erwartung.
00:32:49: Wir sind ja nur mit Schweden zusammen, zum Beispiel, oder ich habe ja auch eine Zeit lang in Spanien gelebt, du hast ja auch einen anderen gelebt.
00:32:53: Da war so mein Anspruch an mich selbst, ich suche mir jetzt nur spanische Freunde.
00:32:57: Ich will gar nichts mehr mit uns arbeiten zu tun haben.
00:33:00: Und im Endeffekt mittlerweile ... Nach mehr als vier Jahren bin ich auch, so ich sage ja, es ist eigentlich völlig egal, Hauptsache ich finde Freunde und mittlerweile habe ich auch schwedische Freunde, was auch total schön ist.
00:33:10: Aber einfach weil man auch so ein bisschen vielleicht entspannter geworden ist und wie du sagst so, das ergibt sich da manchmal auch und wenn man halt beweist, dass man ein guter Freund, eine gute Freundin ist, dann findet man auch irgendwie Anschluss.
00:33:20: Aber diese Zeit und dieses Gefühl, damit muss man sich vielleicht auch ein bisschen darauf vorbereiten, dass man eben auch mal dieses Gefühl der Einsamkeit haben wird.
00:33:26: Das ist einfach dazugehört zu dem Weg ins Ausland
00:33:29: und
00:33:29: in eine neue Kultur.
00:33:32: Weil ich fand, als ich zum Beispiel im Studium oder als Oper oder so im Ausland gelebt habe, da hat man natürlich schnell Anschluss gefunden, weil man mit ganz vielen anderen Leuten im gleichen Boot saß, ja, in so einem geschützten Rahmen da hingegangen ist.
00:33:44: Also zum Beispiel als Oper mit einer Organisation und einer Gastfamilie, wo man wusste, da komme ich hin oder im Studium, man wusste, in welche Uni man studiert, man wusste, wo man wohnt.
00:33:53: Das heißt, man hat ja so einen geschützten Raum und wusste, okay, da werden auch ganz viele andere in gleichen Alter sein, die genau das gleiche machen, aber wenn man natürlich ... Man sieht im Erwachsenenalter, z.B.
00:34:04: für alle, die z.B.
00:34:04: davon träumen, auszuwandern, dass man dann natürlich seine ganzen, ja, seinen Harpen gut einpackt und seine Kinder und dann umzieht, dann kommt man natürlich an den Ort, wo man dann auch wieder, ja, im Prinzip ein erwachsenes Leben führt, wo dann nicht zwanzig andere Studenten im gleichen Wohnheim wohnen, sondern dann sein Haus hat und dann erstmal ankommen muss.
00:34:23: Und da, wie du sagst, ist es halt besonders wichtig, einfach sich gut zu überlegen, dass ... die Einsamkeit mit großer Wahrscheinlichkeit am Anfang einfach dabei sein wird.
00:34:32: Und ich finde, hier auch in Schweden muss man so ein bisschen immer noch eine Schippe drauflegen, um in Kontakt zu kommen.
00:34:40: Und zwar gar nicht, weil die nicht mit einem in Kontakt treten wollen, sondern weil das halt einfach ein bisschen reservierter hier ist.
00:34:45: Und wie gesagt, erst mal nicht jeder direkt seine Meinung irgendwie raushaut und vielleicht deswegen auch nicht direkt so intuitiv gründige Gespräche kommt.
00:34:53: Das dauert halt alles ein bisschen länger, würde ich hier sagen.
00:34:56: Aber es lohnt sich, dran zu bleiben, also das ist die Erfahrung, die ich gemacht habe, dass wenn man Leute kennenlernen oder Schweden-Schwedinnen kennenlernen, wo man sagt, das passt irgendwie, dass man halt auch noch mal nachfragt, wollen wir uns noch mal treffen?
00:35:05: oder dass man sagt, hier, ich habe vorher eine Fika zu veranstalten, möchtest du dabei kommen, dass man selber ein bisschen aktiv ist und sagt, okay, ich warte jetzt nicht darauf, dass die Leute mich einladen, weil das ist hier vielleicht nicht der perfekte Ort, da gibt es andere Länder, wo das, glaube ich, eher der Fall ist, hier ist es aber eher so, dass man selber meiner Meinung nach ... den Schritt machen musst du sagen, ich werde jetzt aktiv und versuche mit Freunden oder mit Menschen Freundschaften zu knüpfen.
00:35:32: Und das ist gar nicht so leicht.
00:35:33: Also da muss man ganz schön über seinen Schatten springen, oft finde ich.
00:35:36: Also auch selbst wenn man jetzt eher offen ist und extrovertiert, dann ist es trotzdem nicht einfach.
00:35:42: Also so ging es mir zumindest, dass es irgendwie nicht so leicht war.
00:35:45: Ich würde noch eine Sache mich total interessieren.
00:35:48: Du hast schon ein bisschen darüber gesprochen zu deiner Familie.
00:35:51: Also du hast ein bisschen über deine Familie in Deutschland erzählt und wie wichtig ist dir denn der Kontakt zu deiner Heimat Deutschland eigentlich heute noch?
00:35:58: Also mir ist es sehr wichtig.
00:36:00: Also mir ist es auch immer sehr wichtig zu betonen, dass ich nicht aus Deutschland weggegangen bin, weil ich Deutschland irgendwie nicht mochte.
00:36:06: Bei mir war das ja eher so, dass ich schon mit ... mit Anfang zwanzig nach der Ausbildung nach Amerika gegangen bin als OP, also ich hab gar nicht in Deutschland studiert, sondern nur im Ausland, weil ich irgendwie so total den Drang hatte, ein bisschen was von der Welt zu sehen und hab dann versucht, das irgendwie so miteinander zu kombinieren und das hat glücklicherweise auch gut geklappt.
00:36:25: Aber das kam alles nicht aus dem Grund zu, oh, Deutschland ist schlecht oder so, sondern es war einfach, dass ich dachte, ich hab bin ganz schön aufgewachsen, ich hatte eine ganz tolle Zeit und hab tolle Freunde auch heute noch aus meiner Jugend, den ich ganz, ganz viel im Kontakt bin.
00:36:38: Aber ich wollte unbedingt was von der Welt sehen und jetzt ist es für mich so, dass ich natürlich auch dadurch, dass wir auf Social Media sehr aktiv sind, auch immer noch sehr, sehr verbunden bin mit Deutschland und ich habe das große Glück, dass mein Partner Milka auch Deutsch kann.
00:36:53: Also er hat sich das tatsächlich aus einer Laune heraus, würde ich fast sagen, als Teenager so ein bisschen selber beigebracht und das heißt, er findet Deutschland ganz toll.
00:37:03: ist gerne dort ein Teil seiner Familie, hat damals eine Zeit lang gewohnt und deswegen war er dann auch öfter mal dort.
00:37:08: Und ja, unser Kind soll natürlich auch Deutsch sprechen und dementsprechend für mich ist Deutschland immer noch ein riesen, riesen großer Teil und ich finde auch ganz viele Eigenschaften, die Deutsche halt mitbringen, auch ganz toll und möchte ich euch gerne an mein Kind weitergeben und deswegen bin ich immer ganz vorsichtig.
00:37:26: zu sagen, so, ich wohne in Schweden und hier ist alles glänzend und viel besser.
00:37:30: Also es ist natürlich toll, vor allen Dingen, was die Natur angeht, kann mir tatsächlich, glaube ich, kein anderes Land, ja, Schweden vom Platz eins irgendwie runterkicken.
00:37:39: Aber so, es gibt wirklich viele Sachen, die weiß ich sehr zu schätzen.
00:37:43: Ich war auch sehr glücklich, dass ich in Deutschland aufgewachsen bin.
00:37:46: Ich finde auch, ne, ist jetzt nochmal immer auf das Thema Freundschaft wieder, ich finde... eine deutsche Freundschaft, wenn die tiefgründig ist, die hält wirklich einiges aus, die hält auch viel Distanz aus, weil man sich, glaube ich, also ich bin mit meinen deutschen Freunden sehr verbunden.
00:38:00: Und ja, ich bin einfach sehr, sehr, sehr froh, dass wir eigentlich einen ganz schönen Spagat geschafft haben zwischen beiden Ländern und ich hoffe, dass das halt mit Kind auch irgendwie sich nochmal ein bisschen intensiviert.
00:38:10: Und ja, dementsprechend, also ich bin sehr gerne in Deutschland, wir fahren auch bald wieder hin, um nochmal, bevor das Kind dann auf die Welt kommt, nochmal.
00:38:19: Ja, alle zu treffen und noch mal ein bisschen Zeit, in Anführungsschicht alleine zu genießen.
00:38:24: Aber
00:38:25: für mich ist das wirklich auch eine schöne Kombi, muss ich sagen.
00:38:29: Zusammenführt diese beiden Mentalitäten, finde ich, kann man einen sehr schönen Alltag daraus basteln.
00:38:35: Auf jeden Fall.
00:38:36: Was hast du total schön gesagt?
00:38:37: Also bei uns ist es witzigerweise auch so, dass wir sowieso auch gar kein Problem mit Deutschland haben oder dass Deutschland für uns auch die Heimat ist und vor allen Dingen die Sprache.
00:38:45: Ich habe auch Germanistik studiert.
00:38:47: Und ich liebe halt einfach die deutsche Sprache und das ist meine Muttersprache und da legen wir zum Beispiel zu Hause sehr viel Wert drauf, dass das für unsere Kinder bestimmt manchmal nicht so einfach, weil wir wirklich sagen, okay zu Hause, Mama und Papa kommen aus Deutschland zu Hause, ist quasi wie Deutschland.
00:39:00: Was auch so ein bisschen die Regeln angeht, also was wir, ich glaube, meine Kinder sind jetzt alle Schulkinder mittlerweile, wir haben da als Deutsch doch einen anderen Blick nochmal auf die Schule und auf die Wichtigkeit der Bildung, wahrscheinlich jetzt als... bei schwedischen Kindern ist, ist zumindest so mein Gefühl.
00:39:17: Und ja, ich glaube, aber die Kinder kommen damit ganz gut klar.
00:39:20: Und es ist auch wichtig, dass sie ihre Wurzeln kennen.
00:39:22: Das ist mir auch möglich, dass wir mindestens einmal, möglichst zweimal pro Jahr in Deutschland sind und auch die Familie sehen.
00:39:28: Und ich find bei uns den Kontrast halt auch so cool, dass wir jetzt wirklich in Lappland leben und in Berlin sind, weil wir in Deutschland sind halt, weil meine Familie oder unsere Familie halt aus Berlin kommt, aus der Berliner Gegend.
00:39:40: Und ich glaube, das ist total wertvoll.
00:39:42: für die Kinder.
00:39:43: Und das wird bestimmt auch für dein Kind total toll sein, irgendwie so ein bisschen etwas Beste aus beiden Welten so zu haben.
00:39:48: Ist total spannend.
00:39:50: Also ich hoffe es zumindest.
00:39:51: Also es liegt mir einfach am Herzen, zumindest so meinen Bestes zu geben.
00:39:55: Also ich möchte da auch realistisch sein und denke, okay, unser Kind wird in Schweden aufwachsen.
00:40:00: Es wird den Großteil seiner Zeit mit der schwedischen Seite der Familie zu tun haben.
00:40:05: Aber wie gesagt, meine Eltern sind sehr gerne in Schweden.
00:40:07: Sie sind im Sommer lange Perioden, dann bei uns an dem Ferienhaus.
00:40:11: Und ich habe einfach die Hoffnung, dass ich so ein bisschen diese Heimatliebe weitergeben kann und dass ich unser Kind dann später selber entscheiden darf, okay, vielleicht möchte er oder sie dann halt auch mal länger in Deutschland leben.
00:40:24: Und das ist so ein bisschen den Anspruch, den ich habe, an mich selbst zumindest die Grundlage zu legen, dass unser Kind das dann entscheiden kann.
00:40:33: Und die Sprache so weit im Prinzip reinzuhämmern, dass selbst, wenn er oder sie dann ... Ich finde ich doof, ich will das jetzt erst mal ein paar Jahre nicht sprechen, weil das sehe ich realistisch in diesem Teenager-Alter schon kommen.
00:40:46: Dass ich zumindest den Grundstein gelegt habe, so nach dem Wort, ja, du kannst es jetzt aber auch nicht mehr vergessen.
00:40:50: Das heißt, wenn du über zwanzig bist und sagst, eigentlich möchte ich doch wieder ein bisschen mehr Deutsch sprechen, dass du das dann wieder... aufnehmen kannst.
00:40:56: Das ist so ein bisschen, wie ich das versuche, für mich so ein bisschen auszulegen, wie ich jetzt hier so selber mein Anführungs- und Bildungsauftrag sehe.
00:41:05: Um einfach zu versuchen, dass ja unser Kind später auch das Gefühl hat, Mama kam aus Deutschland und ich bin gerne da und ich habe irgendwie ein Gefühl für die Kultur auch.
00:41:14: Ja, aber ich glaube, wenn du schon so rangehst, dann wird das total gut funktionieren, weil meine Nichte, die wächst auch zweisprachig auf in Berlin.
00:41:21: Und das ist total faszinierend, dass du seht, meine Kinder sind der erste hergekommen, also meine kleinste, die ist gerade drei geworden, die sprechen mittlerweile super schwedisch.
00:41:29: Also meine Kinder sprechen alle auch Muttersprachen, die wo schwedisch mittlerweile, aber die haben ja schon alle ein bisschen sprechen können.
00:41:35: Und jetzt sehe ich das bei meiner Nichte, weil das ist also total süß, wie sie wirklich auch genau weiß, wie sie mit Papa redet und wie sie mit Mama... Welche Wörter sich verwendet, das ist so cool.
00:41:44: Also Kinder sind da so faszinierend.
00:41:46: Und das wird sicherlich total gut klappen und total schön auch werden.
00:41:49: Jetzt sind wir schon so ein bisschen hier im Bereich Schwangerschaft und Familie gelandet.
00:41:53: Und ich wollte dir auf jeden Fall nochmal gratulieren zu deiner Schwangerschaft.
00:41:58: Ist hier schon gar nicht mal so frisch.
00:42:00: Wird ein Winterbaby, oder?
00:42:02: Genau Ende Januar.
00:42:04: Okay, also meine Tochter ist im Februar geworden, dann weiß ich ungefähr.
00:42:07: Genau.
00:42:08: Sehr schön.
00:42:10: Und wie erlebst du dann das in Schweden und hast du vielleicht Freundinnen?
00:42:13: Weil ich kenne mich damit ja gar nicht aus.
00:42:14: Meine beste Freundin, die ist im Jahr zwei Tausend Fünfzehn ausgewandert.
00:42:17: Und war hier schwanger.
00:42:19: Da habe ich quasi mitbekommen.
00:42:21: Aber ich selbst war ja nur in Deutschland schwanger.
00:42:23: Was würdest du sagen, gibt es der große Unterschiede?
00:42:25: Pivi, würdest du das beschreiben?
00:42:27: Weil ich hab das gespannt.
00:42:29: Also ich muss sagen... Eine meiner besten Freundinnen in Deutschland ist Hebamme.
00:42:33: Das heißt, mit ihr konnte ich das ganze Thema schon sehr schön so auseinanderklamüstern und mal ein bisschen ja in die Unterschiede reinschnuppern.
00:42:42: Und wir sind so ein bisschen zu dem Konsens gekommen, dass hier tatsächlich eher so ein bisschen das Notwendige gemacht wird.
00:42:49: Also wirklich nur... Ja, wenn alles gut ist, gehst du zu deinen Kontrollterminen und das war's dann.
00:42:56: Man hat zum Beispiel auch nur zwei Ultraschalluntersuchungen.
00:42:58: In Deutschland sind, ich muss jetzt lügen, mindestens drei, aber auch gerne mal öfter.
00:43:03: Und sie hat zu mir gesagt, dass sie das ganz spannend findet zu sehen, dass man hier an sich sehr entspannt an die Sache rangeht.
00:43:12: Also, dass sich zum Beispiel... Ja, bei dem ersten Termin bin ich nach, ich wusste das schon sehr, sehr früh.
00:43:16: Ich hab's früh gemerkt, dass irgendwas anders ist, sondern früh ein Test gemacht und weiß das dementsprechend schon sehr lange, dass da jemand unterwegs ist.
00:43:24: Und dann bin ich auch schon so in der fünften Woche, glaube ich, zu so einem ersten Termin gegangen, um das so in die Wege zu leiten, um ins System aufgenommen zu werden.
00:43:31: Und ich dachte dann so, ja, okay, dann wird's wohl relativ zügig, obwohl auch mal ein Ultraschall geben.
00:43:37: Und die hat dann zu mir gesagt, nee, machen wir nicht, weil die Chancen in ... Du musst jetzt lügen bis Woche zwölf oder so hoch sind, dass wir nichts sehen.
00:43:45: Und dann würdest du unnötig in Panik verfallen, wenn wir hier einen Ultraschall machen und dann sagen wir dir auch, wir haben nichts sehen können.
00:43:54: Können dir keine Antwort geben.
00:43:55: Also ja, auf dem Papier bist du anscheinend schwanger, aber wir sehen nichts.
00:43:58: Und dass man hier anscheinend gemerkt hat, dass ... dass es unnötig Druck ausübt und dass deswegen direkt gesagt wurde, wir machen den Ultraschall tatsächlich erst, im Regelfall dann, wenn wir sehr sicher sagen können, okay, in der und der Woche kommst du hierher, dann machen wir den Ultraschall und dann sehen wir auch was.
00:44:13: Und das habe ich mit meiner Freundin halt auch besprochen oder auch mit anderen Leuten, die ich aus Deutschland kenne, die nämlich die Erfahrung gemacht haben, dann haben die in Woche sieben oder so einen Ultraschall gehabt in Deutschland, mit dem Ergebnis zu, sie könnten schwanger sein, aber es könnte halt auch nicht sein, müssen wir jetzt abwarten.
00:44:26: und das für die diese Wartezeit ganz schlimm war.
00:44:29: Das heißt, für mich war es am Anfang so, dass ich gedacht habe, warum machen die denn jetzt kein Ultraschall?
00:44:33: Warum muss ich denn so lange warten?
00:44:35: Das hat sich dann ein bisschen dahin gewendet, dass ich gedacht habe, ah, okay, na ja gut, also ändern kann ich ja sowieso an der Situation
00:44:41: nichts.
00:44:42: Dann warte ich lieber komplett unwissend auf den regulären Termin, wo die mir dann sagen können, okay, das sieht alles gut aus oder halt vielleicht auch nicht.
00:44:50: Aber ich habe nicht diese Periode, das mir jemand gesagt hat, okay, Ultraschall wurde gemacht, wir sehen nichts, kommen Sie mal in einem Monat noch heul wieder.
00:44:59: Das war für mich ein großer Unterschied.
00:45:00: Das war auch was, wo ich nicht darauf vorbereitet war.
00:45:02: Ich hab gedacht, es läuft hier ähnlich wie in Deutschland, aber es ist ein bisschen runtergefahren.
00:45:08: Also ich fühl mich gut aufgehoben, ich hab ja auch noch nie ein Kind in Deutschland bekommen.
00:45:11: Dementsprechend ist es auch einfacher, das einfach anzunehmen, wie es halt ist.
00:45:15: Aber ja, das ist für mich ein großer Unterschied, glaube ich, dass man hier sagt, okay, wir machen jetzt hier erst mal nichts bis zu dem Punkt, wo das Kind in gewisser Reife hat, wo man dann auch wirklich Sachen erkennen kann.
00:45:28: Ja,
00:45:28: du musst es ja jetzt auch einfach annehmen, ne?
00:45:32: Aber ich denke schon, wahrscheinlich, wenn irgendwas Schlimmes wäre, dann würde man dir auch sicherlich helfen und sicherlich, wenn es sich sicher aufgehoben fühlt, dass es ja das Wichtigste ist eigentlich, dass man sich selber gut fühlt mit der Situation, dass man nicht irgendwie im Stress ist.
00:45:45: Genau, also ich finde, wenn man das Schwedische ist, das ist ja ein komplexes Thema, aber wenn man das mal kurz unterbricht, finde ich, hier merkt man sehr, dass das auf die Akutversorgung... spezialisiert ist.
00:45:58: Das heißt, wenn wirklich was ist, wenn man irgendwie Hilfe wirklich benötigt oder irgendwie eine Krankheit hat oder ein Unfall hatte, dann hat man hier wirklich sehr, sehr, sehr, sehr, sehr gute Bedingungen.
00:46:08: Aber es ist halt nicht so, was die Vorsorge angeht.
00:46:10: Also ich war das aus Deutschland ein bisschen anders gewohnt.
00:46:13: Ich möchte auch gar nicht sagen, eins ist besser als das andere.
00:46:15: Ich bin aber immer großer Verfechter zu sagen, ja.
00:46:20: Leute, so schlecht ist das deutsche Gesundheitssystem auch
00:46:23: nicht.
00:46:23: Ganz
00:46:23: genau geht mir genauso her.
00:46:25: Weil ich hab schon in anderen Orten auf dieser Welt gelebt, wo es deutlich schwieriger war, auch einen Facharzt haben, ihn zu bekommen.
00:46:32: Und ich finde es hier auch in Schweden genauso, dass ich es auch schwieriger finde, hier irgendwie gehört zu werden als im Deutschland.
00:46:40: Dementsprechend ist das für mich immer so ein Punkt, also ich kann das verstehen, dass in Deutschland auch nicht alles super läuft im Gesundheitswesen.
00:46:46: Aber so aus der Sicht, dass ich jetzt schon andere Systeme kennengelernt habe, denke ich mir noch so, also am besten fand ich eigentlich trotzdem noch.
00:46:53: Die Abdeckung in Deutschland.
00:46:55: Ja, das hat sich damit nicht geändert.
00:46:58: Aber es passt wieder zu dem, was wir gesagt haben mit diesem Luxus und diese Selbstverständlichkeit auch mit dem fließend Wasser und Zentralheizung.
00:47:06: Und wenn man halt so lebt, dann nimmt man das einfach als komplett gegeben hin und meckert aber manchmal auch ein bisschen auf hohem Niveau.
00:47:13: Also zumindest ist so meine Erfahrung, was das Gesundheitssystem angeht, wobei mir jetzt eine schwedische Ärztin gesagt hat, dass eben in Deutschland auch sehr viel gemacht wird.
00:47:22: die Ärzte dafür halt bezahlt werden und dann immer noch mal ein paar extra Sachen gemacht werden, die einfach abgerechnet werden können.
00:47:29: Denn den Gedanken fand ich so ganz interessant von ihr, dass ihr meint, okay, wir machen halt wirklich das, was wir als wichtig achten und wir kriegen nicht extra Geld dafür, dass wir mehr Untersuchungen machen.
00:47:37: Diesen Gedanken fand ich irgendwie mal total interessant.
00:47:40: Ja.
00:47:40: Also, bei mir ist es so, meine Tochter ist leider chronisch krank und das ist grad bei uns ein großes Thema.
00:47:45: Ich bin viel mit ihr auch beim Krankenhaus und im Gespräch mit Ärzten.
00:47:50: Und ... Am Anfang hab ich mich gar nicht wohlgefühlt damit, v.a.
00:47:53: als Mutter.
00:47:55: Mittlerweile ist es so, dass ich ein besseres Gefühl hab, weil ich direkt auch mal sehr deutsch direkt mit den Ärzten geredet hab.
00:48:02: In Deutschland macht man so und so und so, machen sie das jetzt hier auch richtig.
00:48:05: Aber da hatte ich wirklich ... Es waren gute Gespräche, keine von oben herab Gespräche oder so.
00:48:11: Da fand ich diese Gedanken der Ärztinnen ganz interessant, dass sie gesagt haben, okay, wir machen halt wirklich das, wo wir sehen.
00:48:19: dass es notwendig ist und wir folgen auch europäischen Richtlinien und so, aber es ist ein ganz anderes System als in Deutschland, wo man ja auch Privatpatienten hat und so weiter.
00:48:27: Also muss man eben alles in einem großen komplexen System betrachten.
00:48:32: Ich wollte
00:48:33: gerade
00:48:34: sagen, eines schlechtes anderes gut, weil so funktioniert es halt nicht.
00:48:38: Was mich mal interessieren würde, ist in Schweden hat der Familie einen super hohen gesellschaftlichen Wert.
00:48:44: Und ich finde es immer total schön, jetzt habe ich ja schon Kinder, dass man hier Kinder wirklich so annimmt und das Familien dazugehören und man sich viel wohler fühlt als in Deutschland, auch weil man mit Kindern mein Museum ist und so weiter und so fort.
00:48:56: Jetzt bist du ja schwanger und hast auch relativ auch schon, man sieht schon, dass du schwanger bist.
00:49:01: Hast du denn das Gefühl, dass du das auch schon spürst, so als Schwangere, dass die Gesellschaft da irgendwie anders auf dich reagiert?
00:49:07: Diese Familienfreundlichkeit würde dir bewusst.
00:49:10: Ich muss sagen, da habe ich gerade erst ein Artikel drüber gelesen, dass anscheinend in Stockholm niemand für Schwangere in Bahnen und so aufsteht und den Platz anbietet.
00:49:19: Und das ist mir tatsächlich auch schon aufgefallen, dass man hier doch schon so ein bisschen in seiner eigenen Welt ist.
00:49:25: Aber da habe ich eine ganz spannende Anekdote, weil ich war vor, das war am August, war ich in Deutschland.
00:49:34: Schönste Ort, wo ich wirklich mich so gut aufgehoben gefühlt habe, war der Hamburger Flughafen.
00:49:39: Also keine Schleichwerbung.
00:49:42: Aber ich bin da hin und ich hatte auch ein Mikrofon im Handgepäck und das wurde dann nochmal durchgecheckt und war aber schon wirklich, bin alleine gereist, war da ja auch schon ziemlich schwanger und hab dann gesagt, könnte mir jemand vielleicht den Koffer... zu dieser Ablage rüber tragen, weil ich bin schwanger und ich darf momentan nicht so viel heben.
00:49:59: Da sind wirklich drei Mitarbeiter aufgesprungen und haben mir geholfen.
00:50:04: Und die waren so nett, haben sich zehnmal entschuldigt, dass sie jetzt da ja mich ein Blöcksack gezogen haben, mein Koffer aufzuwachen.
00:50:11: Also die waren so nett.
00:50:13: Und dann war ich dann auch nochmal da in einem Café und in einem Buch laden und auch da total nette Gespräch mit den Leuten.
00:50:18: Also ich habe wirklich gedacht, so wow, das war so.
00:50:22: angenehm und da habe ich auch wieder gemerkt, wie schön das teilweise auch in Deutschland ist.
00:50:26: Also es spricht jetzt natürlich nicht für alle, man trifft auch Leute, die irgendwie schlecht gelaunt sind.
00:50:31: Aber in Deutschland hat man auch tatsächlich hingegen des Stereotypen oft die Möglichkeit mit Leuten ins Gespräch zu gekommen und so schöne Gespräche zu haben und auch wirklich ganz locker.
00:50:40: und die waren dann total nett und haben gesagt, wo geht's denn hin und wie lange denn auch.
00:50:44: und lassen sie mich das mal eben für sie runterheben und das war ganz in Deutschland.
00:50:49: heißt jetzt nicht, dass die Leute hier nicht nett zu mir sind, aber das war für mich irgendwie so ein Moment, wo ich gedacht hab, ja, das ist so ein Reality-Check, den man, glaub ich, auch mal raustragen muss in die Welt, weil das ist ja nicht der Stereotyp, der uns vorauseilt, uns Deutschen, dass wir da jetzt so ultra die netten Leute sind, wenn wir bildfremde Menschen auf der Straße treffen oder am Flughafen.
00:51:08: Aber was ich sagen muss, hier ist, dass ich mich überall gut aufgehoben fühle.
00:51:13: Also ich hab das Gefühl, ich kann mich überall ... ja.
00:51:17: mit den ganzen Familien so ein bisschen vermengen, weil Kinder halt überall sind.
00:51:21: Das heißt nicht persönlich als werdende Mutter, die halt darüber nachdenkt, okay, wie wird mein Leben wohl aussehen, wenn das Kind da ist?
00:51:27: Ich schaue mich hier oben und denke mir so, ja, im Prinzip kann ich alles machen, was ich sonst auch mache, weil jeder kann hier überall sein Kind mit hinnehmen.
00:51:34: Und das verdreht keiner die Augen.
00:51:37: Und es ist eher das Gegenteil, dass man oft eine extra kleine Spielecke für Kinder hat oder ... Ja, einfach im Bus drauf geachtet wird.
00:51:45: Das machen zum Beispiel viele.
00:51:46: Sobald da jemand mit einem Kinderwagen in den Bus reinkommt, möchte das alle direkt Platz machen.
00:51:50: Also ich glaube bei Kinderwegen, um Leute einfach mehr die Sicht dafür, dass sie das erkennen.
00:51:55: Ah, da kommt jemand mit einem Kinderwagen, da gehe ich mal aus dem Weg.
00:51:57: Bei einer Schwangerin ist es, glaube ich, so ein bisschen so okay.
00:52:00: Vielleicht merken die meisten Leute das gar nicht.
00:52:02: Deswegen wird seltener aufgestanden.
00:52:04: Aber ich finde schon, dass man hier mit Kindern eigentlich sehr positiv empfangen wird.
00:52:09: Weil ganz viele halt auch mit Kindern unterwegs sind.
00:52:12: Ja, Kinder gehören einfach mit zum Alltag dazu.
00:52:15: Mehr als in Deutschland vielleicht.
00:52:17: Da gibt es eigentlich an allen Orten irgendwas für Kinder.
00:52:20: Das ist total entspannt.
00:52:21: Und ich liebe das auch, meine Kinder hier in Schweden groß zu ziehen.
00:52:24: Und immer wenn wir dann in Deutschland sind, denke ich auch so, ich mag Deutschland auch total gern.
00:52:29: Und natürlich denkt man immer mal wieder so ein bisschen drüber nach auch, ob man vielleicht auch wieder nach Deutschland zurückgeht.
00:52:34: Aber ich denke einfach für die Kinder ist das Leben in Schweden viel, viel ... schöner irgendwie, weil sie einfach wirklich überall, wie du sagst, mit dabei sein können.
00:52:42: Aber was du auch sagst, gerade mit dem Smalltalk, ich war auch so überrascht.
00:52:45: Ich war ja dieses Jahr zweimal in Berlin ein bisschen länger auch und ich fand es so lustig.
00:52:50: Ich wurde in Berlin so oft angesprochen und es gab so viele schöne Momente und kurze Begegnungen und kurze Gespräche, dass ich auch richtig überrascht war.
00:52:59: Also wirklich eigentlich wie dir.
00:53:00: Also dass die Leute wirklich nett und freundlich waren und weiß ich nicht, dass man mich auf meinen Regenschirm angesprochen haben oder irgendwas, was ich so gar nicht mitgerechnet habe.
00:53:09: Und man dann irgendwie so ins Gespräch kam.
00:53:11: Also ja, das ging mir auch so.
00:53:12: Vielleicht hat sich da auch was geändert in Deutschland, weil wir haben ja, wie du sagst, diesen Stereotyp so ein bisschen muffelig zu sein.
00:53:17: Aber das kann ich auch gar nicht bestätigen dieses Jahr.
00:53:19: Also waren alle super nett und man ist echt gut ins Gespräch gekommen, auch mit den Taxifahrern und mit allen.
00:53:24: Ja,
00:53:24: genau.
00:53:24: Also ich hatte auch eine richtig, richtig schöne Zeit.
00:53:27: Und das ist mir halt einfach auch immer wichtig, weil ich glaube, man hat vielleicht selber mit, wenn man nicht mehr in Deutschland hebt, mit dem Stereotypen zu kämpfen, Okay, warum bist du denn weggegangen?
00:53:35: Weil das alles hier so scheiße ist.
00:53:36: Sondern bei mir zum Beispiel, ja, nee, nee, nee.
00:53:39: Eigentlich aus Abenteuerlust und Durchzufall.
00:53:42: Deshalb ist mir das auch immer wichtig zu sagen, dass es hat eigentlich gar nichts damit zu tun, dass ich in Deutschland nicht auch ein sehr schönes Leben hätte leben können.
00:53:49: Aber es hat sich bei mir halt einfach anders entwickelt.
00:53:51: Und ja, es ist einfach für mich eine richtig schöne Erfahrung zu sehen.
00:53:56: Ja, in beiden Ländern kann ich eine richtig schöne Zeit haben.
00:53:59: Und auch mit Familie wird das, glaube ich, sehr spannend.
00:54:03: beide Kulturen kennenlernen zu können.
00:54:06: Ja, also so ein bisschen, du hast quasi zwei Heimaten jetzt, kann man fast sagen, oder?
00:54:11: Ja,
00:54:11: also ich würde es tatsächlich so nennen und ich empfinde das auch als riesengroßes Geschenk.
00:54:19: Auch hier immer mehr anzukommen und um mich immer mehr zu Hause zu fühlen und gleichzeitig aber auch, dass Melker und seine Familie auch sehr interessiert daran sind zu hören, wie ist es denn in meiner Heimat?
00:54:30: Also wie ist das denn in Deutschland?
00:54:32: Was macht man da denn so?
00:54:34: Und dass das so ein bisschen so ein Austausch ist und ich jetzt nicht versuche, jetzt komplett das Deutsche abzulegen und zu sagen, nee, nee, ich bin jetzt so hundert Prozent schwedisch unterwegs, sondern dass wir auch aktiv, dass eigentlich jeden Tag im Alltag irgendwie mit einbinden, so kleine Anekdoten oder über Wörter scherzen, wo wir sagen, ach ja, klingt total ähnlich wie in Deutsch.
00:54:53: Oder oh, hat in Deutsch eine ganz andere Bedeutung.
00:54:56: Und es ist ein Riesenteil von meinem Leben.
00:54:59: ist einfach immer noch, dass ich aus Deutschland komme.
00:55:01: Und ich glaube, das wird sich auch nicht ändern.
00:55:03: Also es wird für immer noch nicht so bleiben.
00:55:04: Ich werde irgendwann auch eine Umi sein.
00:55:07: Früher in Deutschland.
00:55:09: Das glaube ich auch bei uns.
00:55:10: Das habe ich mit meinem Mann auch schon drüber gesprochen, dass wir irgendwie immer so, wir werden irgendwie Deutsch bleiben.
00:55:14: Aber es ist halt spannend zu sehen, für die Kinder, für meine Kinder ist mittlerweile Schweden halt mehr die Heimat.
00:55:19: Für sie ist eigentlich Deutschland der Ort, wo man in den Urlaub fährt und die Familie sieht.
00:55:22: Aber Schweden ist eigentlich ihr Zuhause.
00:55:24: Und das finde ich so spannend.
00:55:26: Und ja, ich habe eine Frage an dich noch.
00:55:29: Also, wir kriegen ja beide wahrscheinlich sehr viele Fragen zum Leben in Schweden, zum Auswandern.
00:55:35: Und wir inspirieren ja wahrscheinlich auch viele Leute diesen Schritt zu gehen.
00:55:39: Also, das ist ja ein bisschen unser Ausversehen, vielleicht so ein bisschen unser Job geworden.
00:55:46: Und ich frage mich, ob du vielleicht mal so das zusammenfassen kannst.
00:55:49: Was sollte man unbedingt mitbringen, wenn man nach Schweden auswandern möchte, also mental?
00:55:53: vielleicht auch emotional, vielleicht auch ganz praktisch, was du zur Dinge, wo du sagst, das solltest du mitbringen, bevor du diesen Schritt wachst.
00:56:00: Also ich glaube, das Wichtigste für mich ist ein bisschen Abenteuerlust, weil das für mich irgendwie auch beinhaltet, dass man sich bewusst ist, dass das vielleicht nicht alles einfach ist.
00:56:11: Also wie gesagt, ich habe es ja eben schon ein bisschen erklärt.
00:56:16: Blöd gesagt, wartet niemand auf einen.
00:56:17: Das heißt, man muss sich selbst so ein bisschen seinen eigenen Weg suchen und wenn man Ja, Lust darauf hat, einfach mal zu sagen, ich möchte mir diese Aufgabe jetzt selber mal stellen und ich möchte das versuchen.
00:56:30: Das ist ein Punkt und ich finde ein zweiter wichtiger Punkt ist einfach auch, dass man offen und ehrlich mit sich selbst ist und sagt, es ist kein Scheitern, wenn es mir dann doch nicht gefällt, weil du kannst in gewisse Sachen erst wissen, wenn du sie ausprobiert hast.
00:56:44: Du kannst erst wissen, mag ich dieses Gericht, wenn du mal einen Löffel genommen hast und ich finde, das ist gleichzeitig auch so.
00:56:51: mit dem Leben im Ausland.
00:56:54: Es kann in der Fantasie und in der Vorstellung ganz wunderbar sein.
00:56:58: Es kann aber auch sein, dass man das dann mal in Angriff nimmt und dann merkt so, für mich ist das gar nichts.
00:57:04: Und du hast es selber vorhin schon angesprochen.
00:57:06: Wir haben eine schwierige Beziehung, glaube ich, mit den Scheitern in Deutschland.
00:57:10: Also zumindest merke ich das an mir selber auch.
00:57:12: Das für mich, das sehr ... Ja, es fühlt sich oft ein bisschen wie ein Persönlicher.
00:57:18: riesiger Fehltritt an, wenn ich irgendwas aufhöre, was ich eigentlich angefangen habe, wo ich dachte, das wird toll.
00:57:23: Das wäre für mich wirklich noch mal ein Tipp, einfach zu sagen, mit dem Gedanken heranzugehen, okay, wir wollen das, wir möchten das, aber sich immer das Hinterdürchen öffnen zu lassen und sich einzugestehen, man muss es auch nicht aufwiegen und brechen, für immer durchziehen.
00:57:36: Wie du selber sagst, viele Leute kommen für ein, zwei Jahre, machen ganz tolle Erfahrungen, entwickeln sich persönlich weiter, bieten ihren Kindern einen kompletten Tapetenwechsel.
00:57:45: Der muss aber halt nicht für immer sein.
00:57:48: Wenn man das im Hinterkopf hat, klingt die ganze Aktion, ich wohne jetzt mal im Ausland oder ich nehme mal einen Job im Ausland an, vielleicht auch nicht mehr ganz so gruselig.
00:57:58: Weil das nicht unbedingt immer bedeutet, dass das dann auch für immer so ist und man dann hier sitzt und unglücklich sein muss, obwohl man es gar nicht mag, sondern dass man vielleicht was sagen kann, okay, es war ein Versuch, aber ich darf auch meine Zelt wieder abbrechen.
00:58:09: Aber ansonsten würde ich einfach auch sagen, was man mitbringen muss, ist Offenheit.
00:58:12: Also man muss einfach sich bewusst sein.
00:58:14: Man geht in ein anderes Land.
00:58:17: Die Mentalität ist in vielen Sachen ähnlich, in anderen nicht.
00:58:21: Menschen sind ähnlich, in manchen Bereichen halt auch nicht.
00:58:24: Die Schule ist vielleicht ähnlich, aber in anderen Bereichen auch nicht.
00:58:27: Und man kann halt nicht mit so einem deutschen Standard herkommen.
00:58:30: Also ich finde, wenn man sich entscheidet, seinen eigenes oder seinen vorherigen Wohnort zu verlassen, muss man auch offen dafür sein, dass er an dem neuen Ort ... Dinge halt auch anders laufen.
00:58:40: Das heißt jetzt nicht, dass sie besser oder schlechter sind, aber es sind halt anders.
00:58:43: Und man muss sich darauf einlassen können.
00:58:45: Und man muss darauf vorbereitet sein und offen dafür sein.
00:58:48: Und ich glaube, damit hat man dann schon viele Hürden gemeistert, wenn man sagt, okay, ich bin abenteuerlustig, ich versuche das.
00:58:55: Ich weiß, vielleicht gefällt's mir nicht, das ist aber okay für mich.
00:58:59: Und ich bin bereit, neue Dinge anzunehmen, ohne da jetzt so eine krasse Wertung draufzuschmeißen und zu sagen, was alles scheiße ist.
00:59:06: Sondern, dass man einfach erst mal schaut, okay, ich versuch das.
00:59:08: Ja.
00:59:10: Okay, und dann hätte ich noch eine abschließende Frage.
00:59:12: Vielen Dank dafür.
00:59:12: Super, super gute Tipps.
00:59:17: Ja, doch, ich glaube schon, es ist auch mal einfach in anderer Blick auf die Sache.
00:59:20: Jetzt keine Checkliste, sondern wirklich, dass man in sich schon ganz viel mitbringt von seinen eigenen Erwartungen und Gefühlen.
00:59:27: Und dass das eigentlich schon die halbe Miete ist, glaube ich, alles andere kann.
00:59:30: Find ich auch.
00:59:30: Der Rest fällt sich, oder wie gesagt, ich habe im Kundenservice angefangen zu arbeiten.
00:59:33: Also solche Sachen, diese harten Sachen wie... Wo arbeite ich?
00:59:37: Wo wohne ich?
00:59:38: Das lässt sich alles regeln.
00:59:39: Ich glaube, solange man innerlich ein bisschen auf die Schwierigkeiten vorbereitet ist, kann man das auch wirklich gut umsetzen.
00:59:45: Ja, ja.
00:59:46: Und es ist so interessant, weil ich glaube, die meisten sehen es genau andersrum.
00:59:48: Die denken erst mal nur an die harten Sachen und vergessen diese emotionalen Sachen total bei so einer Auswanderung.
00:59:55: Und ja, haben dann vielleicht auch einfach nicht so eine schöne Erfahrung dann am Auswand.
00:59:59: Also deswegen hast du total cool zusammengefasst.
01:00:02: Eine kleine Abschlussfrage noch.
01:00:04: Wenn du ... Schweden in drei Worten beschreiben müsstest.
01:00:08: Nur drei Worte.
01:00:08: Wie würdest du Schweden beschreiben?
01:00:10: Was sind deine Schwedenworte?
01:00:13: Also das allererste Wort, was mir immer in den Kopf kommt, ist Natur.
01:00:16: Und zwar jetzt nicht riesige Berge oder sonst was, weil Schweden ist so groß.
01:00:20: Und ihr kennt das wahrscheinlich alle dann auch selber.
01:00:23: Wenn man in Süden ist, ist es ganz anders als im Norden.
01:00:24: Aber die Natur ist für mich wirklich was.
01:00:27: Wenn ich an Schweden denke, denke ich sofort daran.
01:00:29: Dann denke ich auf jeden Fall auch an eine... gewisse Ausgeglichenheit in vielen Bereichen, also Lagomf, dass es Sachen halt wirklich, dass es einfach wichtig ist, hier im Alltag irgendwie so eine gewisse Bernange- und Ausgeglichenheit zu finden.
01:00:45: Und das Dritte, ja, für mich ist eigentlich richtig, richtig schön, wie man sich hier mit den Jahreszeiten arrangiert.
01:00:51: Also du kennst es, glaube ich, noch mehr als ich und ich weiß nicht, was da jetzt das richtige Wort für ist, aber man lebt sehr im Moment.
01:00:58: Und man nimmt den Moment sehr an.
01:01:00: Und ich wüsste jetzt gerne, wo es dafür ein Wort gibt.
01:01:03: Aber das ist etwas, was ich hier sehr, sehr gelernt habe.
01:01:05: Das kannte ich vorher an mir nicht diese Seite, dass ich so mit dem Flow mitgehe.
01:01:10: Das ist für mich sehr schwedisch, dass man einfach schaut, was ist gerade die Situation und die nehme ich an und mit der gehe ich jetzt erst mal ein bisschen mit.
01:01:18: Ja, sehr schön.
01:01:20: Das ist richtig schön, das hast du ganz toll zusammengefasst.
01:01:23: Ich hab auch über die Frage nachgedacht.
01:01:26: Ich war auch gespannt, was du sagst, ob da jetzt zum Beispiel die Klassiker kommen, Fika oder irgendwie sowas.
01:01:30: Aber das ist total schön.
01:01:32: Vielen lieben Dank.
01:01:33: Danke schön.
01:01:34: Haben wir ja diese kleine Nordnotiz am Anfang gehabt.
01:01:37: Und ich wollte ja jetzt noch auflösen, wie viele ...
01:01:39: Ja bitte, weil ich hatte ja gar keine Ahnung.
01:01:43: Nämlich in Schweden wurden ... Und das sind tatsächlich aber tausendsechshundert weniger als zwei tausendzehntundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundund.
01:02:18: In Deutschland wurden nämlich sixhundert siebzig tausend einhundert siebzehnt geboren.
01:02:24: Das ist riesige, ein riesiger Unterschied.
01:02:26: Wobei man aber sagen muss, in Deutschland sieht die Geburtenrate pro Frau noch mal einiges schlechter aus als in Schweden.
01:02:32: In Deutschland sind nicht eins, drei fünf Kinder pro Frau und wir haben eins, vier drei und ja.
01:02:39: Ich weiß nicht, wie die Diskussion in Deutschland ist.
01:02:41: Ich fand es interessant.
01:02:42: Ich habe in den letzten Wochen ein bisschen geschaut, dass hier aber schon auch viel gefordert wird, von der Politik das Leben für Familien besser zu machen, wobei ich ja immer finde, hier schon so schön, hier gibt es schon so viele coole Typen.
01:02:52: Aber dass da wirklich auch eine Diskussion entstanden ist und dass viele Forderungen sind, dass vielleicht auch in der Schwangerschaft besser zu gestalten und so.
01:03:00: Und dass man da auch überlegt, was kann man machen, um das wieder zu ändern.
01:03:03: Und da würde mich natürlich interessieren, wie es in Deutschland ist.
01:03:05: Weiß ich jetzt nicht, weißt du wahrscheinlich auch nicht.
01:03:07: Aber ich gebe das jetzt einfach mal an euch da draußen weiter, dass ihr vielleicht stößt euch das zum Nachdenken an.
01:03:14: Und ansonsten wollte ich euch alle natürlich bitten, Anna zu folgen bei Instagram, sich mal ihre schönen Bilder und Videos anzuschauen und sich ein bisschen Schwedenliebe abzuholen, weil das machst du auf jeden Fall.
01:03:27: Das ist sehr, sehr, so ein bisschen Bullerbühre einfach auch ist, weil die ist auch mal gut für die Seele ist.
01:03:33: Gerade in den heutigen Zeiten können wir das alle ein bisschen gebrauchen.
01:03:37: Und ja, im nächsten Podcast soll es ein bisschen mehr ums Thema arbeiten gehen.
01:03:41: Da haben wir jetzt schon ganz viel gesprochen.
01:03:42: Arbeiten im Ausland und wie viel nicht ein Job und so.
01:03:44: was ist so ein bisschen das Thema der nächsten Folge.
01:03:47: Falls ihr aber Themenwünsche habt, dann könnt ihr die sehr, sehr gerne auch an mich schicken.
01:03:52: Schreibt mir gerne bei Instagram am besten, arktikforbeginners.
01:03:57: Und dann hoffe ich, dass ihr nächstes Mal wieder einschaltet, euch die nächste Folge anhört.
01:04:01: Gebt dem Podcast gerne ... eine Bewertung, folgt dem Podcast gerne und kriegt dir auch eine Benachrichtigung darüber, wenn eine neue Folge online geht.
01:04:09: Und ansonsten möchte ich mich nochmal ganz herzlich bei Anna bedanken für die Zeit, die du dir genommen hast.
01:04:16: Und vielen Dank für dieses spannende und tiefgründige Gespräch auf jeden Fall.
01:04:20: Und ich wünsche dir alles, alles Gute für die nächsten Monate.
01:04:23: Nächstes Jahr wird dann ja aufregend.
01:04:24: Hochzeit, wie?
01:04:24: Ja.
01:04:26: Da können wir dann nochmal sprechen.
01:04:28: Ich bin immer noch entspannt.
01:04:30: Hier sitzt du.
01:04:32: Bestimmt, bestimmt.
01:04:33: Ja, aber das wird auf jeden Fall super spannend.
01:04:35: Es wird auf jeden Fall dein Jahr.
01:04:38: Und ich drücke dir ganz doll die Daumen vom ganzen Herzen.
01:04:42: Ja, danke schön, dass ich dabei sein durfte.
01:04:44: Und ich freue mich schon auf die nächsten Folgen, weil das ganze Thema Arbeit finde ich natürlich auch immer sehr, sehr, sehr spannend.
01:04:48: Und ja, danke, dass du mich eingeladen hast.
01:04:52: Sehr gerne.
01:04:53: Und jetzt sagen wir Heydo aus Schweden.
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