Episode 4 - Weihnachtslichter und Achtsamkeit: Wie Rituale Heilung und Geborgenheit bringen mit Tanja Köhler
Shownotes
Hej aus dem hohen Norden!
Es ist wieder Zeit für eine neue Folge des Polarfunk-Podcast – heute zur magischen Episode 4: „Weihnachten und Dunkelheit – Interview mit Tanja Köhler“. In dieser Folge tauchen wir mit Wiebke und ihrem inspirierenden Gast Tanja Köhler tief in die besinnliche Weihnachtszeit ein und entdecken, warum uns gerade die dunklen Tage und uralte Rituale wie die Rauhnächte so sehr berühren.
Das erwartet dich in dieser Episode:
Wiebke erzählt, wie der Zauber der Dunkelheit und das Licht der Kerzen im hohen Norden für eine ganz besondere Stimmung sorgen.
Tanja Köhler, Autorin und Psychologin, verrät ihren ganz persönlichen Weg zu den Rauhnächten – von anfänglichem Esoterik-Zweifel bis hin zu ihrem psychologisch fundierten Ritualansatz.
Was sind eigentlich die Rauhnächte?
Tanja Köhler erklärt die Hintergründe der mythischen Zeit „zwischen den Jahren“ und warum kleine Rituale uns in eine klärende, achtsame Innenschau führen können.
Ihr erfahrt, wie das Innehalten in der hektischen Zeit neue Klarheit und echte Magie ins Leben bringt – ganz ohne Räucherstäbchen-Stress!
Nordische Winterdepression adé: Mit Lichtern im Fenster, geselligen Backtraditionen und neuen (alten) Bräuchen zu mehr Gelassenheit und Gemütlichkeit.
Wunderschöne Familienrituale aus Schweden, Deutschland & Co. – vom Weihnachtsbaum mit Namen bis hin zum berühmten Milchreis für den kleinen Tomte.
Probiere die Rauhnächte aus. Vielleicht auch gemeinsam mit deiner Familie oder deinen Kindern!
Gib Traditionen neuen Glanz: Ob Christbaumloben, gemeinsames Brotbacken oder der Schweden-Brauch, den Weihnachtsbaum festlich aus dem Fenster zu werfen – alles ist erlaubt, was guttun.
Wir wünschen euch viel Licht, ein Quäntchen Magie und Mut zur Besinnlichkeit in diesem Winter. Feiert euch, eure Familie, eure kleinen Geister und vergesst nicht: Manchmal beginnt das große Glück mit einem einfachen Ritual und einem Lächeln.
Bleibt verbunden, bleibt neugierig und vergesst nicht, dem Polarfunk Podcast zu folgen und weiterzuempfehlen, wenn euch die Folge gefallen hat!
Du möchtest mehr? Teile uns gerne eure Fragen oder eigenen Winter-Traditionen mit oder verrate uns, welchen Namen euer diesjähriger Weihnachtsbaum trägt!
Hejdå aus Lappland!
Transkript anzeigen
00:00:00: Hey, ich bin Diebke.
00:00:01: Ich lebe seit vielen Jahren ganz im Norden von Schweden.
00:00:04: Und das hier?
00:00:05: Das ist Polarfunk.
00:00:08: Hände ich das Leben mit Schnee und Eis, aber auch die skandinavische Lebensart interessiert, dann bist du hier genau richtig.
00:00:16: Polarfunk.
00:00:17: Mein Podcast mit Geschichten aus dem Norden.
00:00:21: Hey und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Polarfunk, dem Podcast über das Leben, die Menschen und die kleinen und großen Geschichten aus dem hohen Norden.
00:00:30: Und ich weiß nicht, wie es euch geht, aber sobald die Tage kürzer werden, zieht bei mir immer so ein ganz besonderer Zauber ein.
00:00:37: Die Welt wird irgendwie ruhiger, die Dunkelheit vor allen Dingen hier im Norden wird dichter und ... irgendwie scheint auch alles ein bisschen näher zusammen zu rücken und jetzt steht ja auch die Weihnachtszeit vor der Tür und die Tage sind dann geprägt von Kerzenschein, Besinnlichkeit und auch von all den altbekannten Weihnachtstraditionen und irgendwie finde ich immer jedes Jahr, dass ein richtiger Zauber in der Luft liegt.
00:00:59: Und heute wollen wir ein bisschen über diese Traditionen sprechen in Skandinavien, aber auch über eine ganz besondere Tradition.
00:01:06: Denn ich habe einen ganz tollen Gast, ich habe die liebe Tanja Köhler eingeladen und es sollte ein bisschen um die Raunlichte gehen.
00:01:13: Tanja ist Autorin, Psychologin und Expertin für Rituale rund um Achachtsamkeit und gemeinsam wollen wir herausfinden, warum uns eigentlich diese stillen Tage in der Weihnachtszeit, nach der Weihnachtszeit so tief berühren und was wir vielleicht daraus alle lernen können und mitnehmen können.
00:01:33: Und bevor sich Tanja gleich noch mal selber einen Bevorstellen soll, habe ich wie jedes Mal eine kleine Nordnotiz für euch vorbereitet.
00:01:41: Und frage mich nämlich und auch meinen Gast, ob ihr nämlich wisst, warum in Schweden viele Familien an Weihnachten immer eine Schüssel mit Grütze oder mit Milchreis vor die Tür stellen und ob Tanja oder ob ihr vielleicht wisst, welcher kleiner Zauber hinter dieser Tradition steckt.
00:02:00: Und am Ende werde ich es auf jeden Fall auflösen.
00:02:03: Tanja, weißt du das?
00:02:04: Ich habe eine Hypothese.
00:02:05: Ich habe eine Hypotheke.
00:02:07: Und die Hypothese heißt, das sind bestimmt irgendwelche Glückswichtel, Weihnachtswichtel unterwegs und dann wird das rausgestellt und dass die dann satt werden und das Glück im Haus einhält.
00:02:18: Also irgendwas mit dem Glück hat das zu tun.
00:02:21: Das könnte sein.
00:02:22: Es geht auf jeden Fall schon mal in die richtige Richtung und am Ende werde ich es auf jeden Fall nochmal auflösen und ein bisschen über die Tradition dahinter erzählen.
00:02:29: Aber jetzt erst mal zu dir, Tanja.
00:02:31: Ich freue mich total, dass du da bist.
00:02:32: Danke, dass du dir die Zeit genommen hast.
00:02:34: Und ich dachte mir, vielleicht für die Leute, die dich jetzt nicht kennen, magst du dich vielleicht einmal vorstellen und vielleicht auch erzählen, wie du persönlich eigentlich zu den Raunächten gekommen bist.
00:02:45: Da darfst du mich gleich unterbrechen, wenn ich soweit bin.
00:02:48: Erst mal mache ich ein Lot von dir.
00:02:50: Du bist ja ganz oben in Lapland.
00:02:52: Und wenn man von da oben eine Linie zieht, dann kommt man ja irgendwann mal durch Dänemark durch, dann kommt man durch ganz Deutschland durch und fast am südlichsten Zipfel von Deutschland im Schworberländle, fast in der Nähe vom Bodensee, da komme ich her und da lebe ich.
00:03:11: Und jetzt haben wir eine große Verbindung über ein paar tausend Kilometer.
00:03:16: Ich habe einen wunderbaren Sohn, der ist gerade ausgezogen, das ist dieses sogenannte MT-Nest und tatsächlich bin ich ganz happy darüber, weil es so viel Freiräume schenkt, aber er kommt morgen auch wieder und von dem her.
00:03:30: Freu ich mich.
00:03:31: Ich bin Diplompsychologin, wie du es schon gesagt hast.
00:03:34: Meine Leidenschaft gilt tatsächlich den ruhigen stillen Momenten.
00:03:39: Ich bin unfassbar viel draußen in der Natur und habe da einen tollen Weggefährten dabei, einen Luke, einen Vierweiner.
00:03:46: Ohne den geht gar nichts und ich bin... Total ängstlich und zugleich mutig.
00:03:52: Ich habe mir nämlich ein Wohnmobil gekauft und erkundet damit den nordischen Länder.
00:03:56: Ich glaube, das ist das, was man mal so sagen kann als allererstes über mich.
00:04:01: Sehr schön.
00:04:02: Und dann hast du ja... dich irgendwann angefangen mit den Raunächten zu befassen und hast darüber ja auch ganz, ganz tolle Bücher geschrieben, bist auch Spiegelbesteller-Ottoren.
00:04:11: Das muss man ja auch erst mal schaffen, also eine ganz tolle Leistung hast du da auf jeden Fall erbracht.
00:04:15: Aber wie kam das denn, dass du dich mit den Raunächten auseinandergesetzt hast und vielleicht kannst du auch kurz erklären, was die Raunächte sind für diejenigen, die das vielleicht jetzt noch nie gehört haben?
00:04:25: Dann fange ich erstmal mit der sogenannten Definition an, die Raunächte, das ist die Zeit zwischen den Jahren, also zwischen dem dem fünften Januar oder sechsten Januar, je nachdem in welcher Region man ist.
00:04:39: Und das ist die dunkelste Zeit des Jahres und zugleich war das früher auch die stillste Zeit des Jahres, weil das Feld war bestellt, es war alles gerichtet und die Menschen konnten nur ein Sekunden innehalten und das zurücklegende Jahr darüber nachdenken, was war und zeitgleich sich auf die Zehnspitzen zu stellen, um zu schauen, was kommen wird.
00:05:01: Und früher war viel Aberglaube da, man musste sich im Wetter prognosen sozusagen auf Orakel verlassen und so hat man gesagt, alles was an einen dieser Tage passiert hat eine tiefer gehende Bedeutung für das kommende Jahr.
00:05:16: Da ranken sich unfassbar viele Bräuche und Sagen und Annahmen dazu.
00:05:23: Ich glaube, das würde ein ganzes Lexikon fühlen.
00:05:26: Je nachdem, wo man ist eben auch, aber es ist schon etwas typisch, sag ich mal in Deutschland, in Österreich, in Teilen von Schweiz.
00:05:34: Und ich glaube, auch oben bei euch im Norden, ein bisschen in abgewandelter Form, aber auch mit den Raunnächten.
00:05:41: übrigens auf der ganzen Welt gibt es Rituale.
00:05:46: Genau in dieser Zeit.
00:05:47: Es muss also was spirituell Besonderes sein.
00:05:51: Ja, ich habe
00:05:51: ein bisschen gelesen dazu, wie das in Schweden ist oder in Skandinavien.
00:05:55: Tatsächlich habe ich diesen richtigen Raunnächte-Brauch, wie wir den aus Deutschland kennen, habe ich leider nicht finden können.
00:06:00: Aber auf jeden Fall sagt man auch schwedisch, man mer Landager, also sind die Tage dazwischen.
00:06:05: Und was ich herausfinden konnte, ist, dass man damals auch gesagt hat, dass man keine schweren Arbeiten in dieser Zeit verrichten sollte, weil es Unglück bringt fürs nächste Jahr.
00:06:14: Und dass der Glaube ganz tief ist, dass die Grenze zwischen den Welten ganz, ganz dünn ist.
00:06:19: Und die Tradition hier in Schweden ist, dass man glaubt, dass in dieser Zeit, die auch die Geister der Verstorbenen wieder in unsere Welt kommen, leicht reintreten können.
00:06:29: Und eine alte Tradition, die ich finden konnte, die fand ich ganz interessant, ist, dass man eben zum Beispiel in Schweden früher den Tisch immer mitgedeckt hat für die lieben verstorbenen Familienmitglieder, weil man geglaubt hat, in dieser Zeit, in diesem Melandager, dass dann eben die Verstorbenen mit dabei sind und sich mit an den Tisch setzen und die Zeit mit ihrer Familie verbringen.
00:06:48: Das war nicht ganz spannend.
00:06:49: Und ich habe dann auch so ein bisschen an Deutschland gedacht, da gibt es ja auch einige Rituale, die ich kenne oder bräuche.
00:06:54: wie zum Beispiel meine Mama, die hat immer gesagt, man darf nicht Wäsche waschen zwischen Weihnachten und Neuer.
00:06:58: Das kommt irgendwie daher, dass man die Wäsche nicht aufhängen darf, weil sich da die Geiste unverfangen
00:07:02: können.
00:07:02: Genau.
00:07:03: Berechtige Milch, aber dass das nicht als Kind, womit ich aufgewachsen bin.
00:07:07: Und ja, also welche Tradition oder welche Rituale gibt es denn da in Deutschland, in deinem deutschen Kulturraum?
00:07:14: Ich könnte sagen, eins zu eins, was du jetzt erzählt hast, ist auch tatsächlich hier verankert und je nach Region.
00:07:20: Ich glaube, ich würde noch mal auf die eine Frage von dir noch mit dazu eingehen, wie ich denn da dazu gekommen bin.
00:07:26: Die hat nämlich genau mit dem zu tun, was du gerade erzählt hast, dass es diese Annahme gibt, dass die Welten, also die Echtwelt und die Anderswelt taucht dünn ist und dass die Geister längst verstorbener Zeiten dann mit rüber wandern können und auch an den Tisch sitzen können.
00:07:43: Ich bin ein bodenständiger Mensch und ich habe das immer gehört und meine Oma hat auch nie Wäsche gewaschen und aufgehängt, weil sie immer gesagt hat, da könnten sich Geister drin verhädeln.
00:07:54: Und ich habe dann immer gesagt, bei mir verhädelt sich alles möglich in meiner Wäsche, aber keine Geister.
00:07:59: Für mich war das immer die Zeit, wo ich gesagt habe, da habe ich jetzt endlich mal Zeit, in Ruhewäsche zu waschen und aufzuräumen.
00:08:06: Das habe ich ja sonst nicht.
00:08:09: Viele, viele Jahre immer von diesen Raunechten gehört und ich habe es für mich als esoterischer Humbug abgetan.
00:08:15: Es war komplett aus meinem Sinn draußen.
00:08:19: Im Gegenteil sogar, ich habe irgendwann mal bei meinem Friseur vor fünfzehn Jahren einen Seminar gefunden mit der Kraft der Engel der Raunechte wieder in die eigene Energie, wo ich dachte, man kann mit allem Möglichen sein Geld verdienen.
00:08:34: Bei dem Friseur?
00:08:35: Ja, bei dem Friseur.
00:08:36: Und dann dachte ich so ein Mist.
00:08:39: Und dann war ich vor einigen Jahren, also vor sieben Jahren, in einer ganz persönlichen Lebenskrise.
00:08:45: Und diese Lebenskrise, ich habe vorhin erzählt, ich habe einen Sohn und ich habe einen Vierbeiner.
00:08:50: Und da fehlt irgendwie der Mann dazu.
00:08:52: Tatsächlich habe ich mit der Trennung gespielt von einem ganz liebevollen, lieben Menschen, aber nach vierundzwanzig Jahren halt schon eine Großhausnummer.
00:09:02: Und dann habe ich gesagt, okay, ich könnte jetzt zum Psychologen gehen.
00:09:05: Und das machen wir Psychologen nicht so gerne, selbst zu Kollegen gehen.
00:09:11: Oder aber ich könnte mich mit Freundinnen austauschen.
00:09:15: Ich bin aber eher die einsame Wölfin im Konfliktstil.
00:09:18: Das wollte ich auch nicht machen.
00:09:20: Und da ich dachte, jetzt probiere ich es halt mal mit diesen Raunächten.
00:09:23: Sagt immer, das hilft einem für Klärung, was man tun soll.
00:09:27: Und das habe ich dann gemacht.
00:09:29: Und dann bin ich ins Internet gegangen und habe gedacht, okay, ich schaue mal, was gibt es denn da für Bücher dazu?
00:09:35: Und das war mir alles zu esoterisch.
00:09:37: Genau an der Stelle.
00:09:38: Und dann hat meine psychologische Neugier und Expertise war dann geweckt und da habe ich dann angefangen, mich mit den Raunechten näher zu beschäftigen und habe es aber komplett rübergezogen auf eine ganz solide psychologisch fundierte Basis mit allem Bräuchen auch berücksichtigend.
00:09:57: Und das war mein Eintritt in die Raunechte und jeder, der sie einmal gemacht hat, will sie nie wieder missen.
00:10:05: Also ich habe niemanden gesehen, der gesagt hat, so ein Mist und so.
00:10:09: Aber wer reinkommt, bleibt dabei, weil es eine klare Zeit gibt für einen.
00:10:15: Also ich habe die Raunnächte ja aufgrund deines Buches letztes Jahr das erste Mal gemacht.
00:10:19: Und ich muss auch sagen, dieses Jahr ist so ganz anders verlaufen als geplant, aber es ist doch viel klarer in meinem Leben alles.
00:10:27: Ich glaube, das liegt auch daran, dass ich eben diese Raunnächte gemacht habe.
00:10:30: Also ich kann das auch jedem empfehlen.
00:10:33: euch das Buch zu kaufen von Tanja und das dazu machen, weil es einfach wirklich, wirklich toll ist und so viel mit einem selber macht.
00:10:40: Und jetzt ist es ja so, dass wir heutzutage ja in einer sehr, sehr schnell lebenden Zeit leben.
00:10:44: Und für viele Leute ja, wie du auch gerade beschrieben hast, diese Zeit zwischen Weihnachten und Neuern eigentlich hauptsächlich Urlaub ist, irgendwie mal abschalten und Ruhe haben.
00:10:52: Warum denkst du dann, dass diese Zeit ganz besonders... gut und wichtig ist, um sich die dann auch mal zu nehmen.
00:10:57: Ich meine, das macht ja auch Arbeit.
00:10:58: Man muss sich hinsetzen jeden Tag, man muss die Fragen beantworten, man muss aufschreiben.
00:11:02: Das ist ja schon vielleicht jetzt nicht so passend zu dem reinen Urlaubsgeschehen, einfach nur einen Film gucken abends oder so.
00:11:08: Warum glaubst du denn, dass gerade diese Zeit so wichtig ist, dass man sich die dann auch nimmt?
00:11:12: Also ich glaube, per se ist es eine Zeit, in dem wir alle gelernt haben, dass Arbeit auch mal ruhen darf.
00:11:18: Ich glaube, das haben wir ja so alle gelernt, bis auf einige Branchen vielleicht in der Gastronomie.
00:11:23: Aber wir wissen, dass eh weniger los und deswegen haben wir es immer genutzt, um aufzuräumen und klar Schiff zu machen und mal die Seele auch aufzuräumen und Urlaub zu machen.
00:11:33: Ich glaube, man kann auch weiterhin Urlaub machen und zeitgleich dieses Ritual erbringen.
00:11:38: Und ich finde, das wirst du auch wissen, in dem Augenblick, wo du raus geht und draußen sind Lichter und so, dass es eine ganz ganz besondere Stimmung in der Luft, ich finde... Weihnachten und Advent und Schnee, das kann man riechen.
00:11:53: Also das gibt was Eigenes und es spricht so alle Sinne an.
00:11:57: Und letztendlich gibt es dann auch dieses magische Datum, was ja auch schon in Sichtweite ist, mit dem einund dreißigsten Dezember, wo sich viele Leute dann wieder was vornehmen und warum sich das nicht vornehmen an einander folgenden Tagen, wo man sich jedes Mal ein Stückchen mit etwas beschäftigt.
00:12:15: Und ich glaube, dass eben diese Zeit zwischen den Jahren ganz besonders dafür geeignet ist, weil die meisten da auch wirklich Zeit haben oder sich nehmen könnten.
00:12:26: Sag mal, wie ist es dir denn ergangen beim ersten Mal?
00:12:29: Du hast ja dann wahrscheinlich den Einstieg gelesen.
00:12:32: Hast du da überfordert zuerst oder kannst du dich noch erinnern?
00:12:36: Nee, ich war nicht überfordert.
00:12:37: Ich glaube, für mich war es am schwierigsten, die Konsistenz zu haben, also dann wirklich jeden Tag mich ranzusetzen.
00:12:42: Aber ich habe es ganz diszipliniert gemacht.
00:12:45: dachte so in diesem ganzen Weihnachts- und Familientrubel ist es gar nicht so einfach mal sich die Zeit zu nehmen und deswegen habe ich auch viel beim Lesen oder bei der Arbeit, ich weiß nicht, Arbeit kann man nicht sagen, also bei der, wie sagt man, bei den Durchführenden des Rituals, der Raunächte, musste ich auch viel an Achtsamkeit denken.
00:13:02: Das ist ja heutzutage auch so ein Schlagwort.
00:13:04: Magst du dazu was sagen?
00:13:05: Also das ist vielleicht eine Achtsamkeitsübung, die man macht oder?
00:13:08: Es ist auf jeden Fall ein Innehalten und sich Gedanken machen, ein Reflektieren, die einen sagen Achtsamkeit, die anderen sagen drüber nachdenken.
00:13:17: Ich finde, Begriffe sind immer so weit dehnbar.
00:13:20: Ich glaube, was es ist, es sind Wohlfühlmomente für einen selbst, die auch manchmal auch Tränen bescheren.
00:13:28: Vielleicht nochmal wichtig für unsere Hörerinnen und Hörer.
00:13:32: Also jede Raunacht ist einem Thema zugeordnet und so kann man sehr konzentriert, sehr sequenziell zu jedem Thema sich drei bis fünf Fragen stellen, über die man so einfach mal im Alltag nicht darüber nachdenkt, sondern ganz bewusst inhalten kann.
00:13:50: und dann ist es eine Achtsamkeitsübung.
00:13:52: Und was man dann noch dazu machen kann, ist schreiben als Ritual oder räuchern als Ritual.
00:13:59: Ich räuchere nicht so gerne, ich mag die Gerüchte.
00:14:02: nicht.
00:14:02: Ich habe immer so eine Raunachtskerze.
00:14:04: Das ist übrigens die meistgestellte Frage an mich.
00:14:07: Muss ich räuchern?
00:14:09: Muss man nicht, meinst
00:14:10: du?
00:14:10: Nein.
00:14:11: Wenn du willst, ja, aber du musst es nicht.
00:14:14: Wobei, jeder, ich glaube bei euch ist Sauna gehen, ganz hip, ja?
00:14:19: Da gibt es auch viele Aufgüsse und Mithannen und Mitwachhälder.
00:14:25: Ich weiß nicht, was dafür Aufgüsse gibt und da steckt ja schon auch Wirkung da dahinter.
00:14:30: Also von dem her, ich glaube, das hilft auch, aber es ist nicht meins und das darf jeder für sich entscheiden.
00:14:36: Raunächte sollen alles nur nicht stressen.
00:14:41: Das ist total wichtig, dass du das sagst.
00:14:42: Also, so ging's mir früher, bevor ich deinen Buch hatte, ging's mir so, dass ich dachte, da muss ich jetzt irgendwelche Räuchersachen kaufen und irgendwie hab ich auch keine Ahnung, so richtig was machen soll.
00:14:50: Also, ja, wie soll... Ich hatte das schon jahrelang vor und hab immer gesagt, wie soll ich jetzt anfangen?
00:14:54: Und was würdest du jetzt jemandem sagen, der auch vielleicht an dem Punkt ist, wo ich vor einem Jahr war?
00:14:58: Wie sollte man denn anfangen, am besten?
00:14:59: Und braucht man was?
00:15:01: Da hast du ja grad schon ein bisschen was gesagt, aber was wäre so dein Einstieg in die Raunächte für jemanden, der's noch jetzt gern machen möchte dieses Jahr?
00:15:08: Also ich glaube, es ist ganz einfach, ohne dass es jetzt Werbung ist, sich ein Buch zu holen, meint es besonders schön.
00:15:16: Aber es gibt so viele andere wunderbare Bücher auch dazu.
00:15:19: Jedes Buch wird zudem finden, wo es auch hingehören möchte.
00:15:23: Das ist meine tiefe Überzeugung und Philosophie.
00:15:26: Aber ich glaube tatsächlich, es braucht so ein Leitfaden.
00:15:29: Es gibt auch im Internet extrem viel.
00:15:31: Aber wenn ich ins Internet hinein gucke, bin ich in der Regel nicht bei mir in der Innenchau, sondern ich schau nach außen ins Internet.
00:15:38: Also ich würde immer sagen, hol dir ein schönes Buch, was zu dir passt und dann hangelt dich durch.
00:15:44: Und es braucht in der Tat nicht viel.
00:15:47: Ich empfehle immer, überleg dir im Vorfeld, wie viel Zeit du an da jeden Tag einplanen möchtest.
00:15:54: So zwanzig Minuten, dreißig Minuten wären schon cool.
00:15:58: Aber manchmal gibt es auch Tage, da kommt man gar nicht dazu.
00:16:01: Dann darf man sich nicht stressen und sagen, dann mache ich es halt an diesem Tag nicht oder überfliege es nur.
00:16:07: Also es gehört quasi diese Zeitschau.
00:16:09: Wann will ich das haben?
00:16:10: Weil sonst kommt der Alltags-Tonami einmal über einen weggefegt und dann ist es nicht mehr möglich.
00:16:17: Das Zweite ist ein schönen Platz mit einer Kerze, dass man so einfach so eine Wohlfühloase hat, in der man zur Ruhe kommen kann.
00:16:26: Und dann dieses Buch, und für mich ganz wichtig, ohne das geht es gar nicht, ist ein Journal, also ein Buch, wo ich mir meine Gedanken, meine Beobachtungen, wo ich einen Dialog mit mir selbst hineingehe und das aufschreibe.
00:16:41: Ja, ich bin auch schon ganz gespannt.
00:16:43: Ich werde mir dieses Jahr dann meinen Journal nehmen vom letzten Jahr.
00:16:45: Hab mir schon vorgenommen, dass ich da quasi jetzt meine Raunnächte aufschreibe, also meine Erfahrungen, meine Gedanken.
00:16:51: Und ich bin jetzt schon ganz gespannt darauf, das jetzt zu lesen, nochmal ein Jahr später.
00:16:55: Ich glaube, das ist auch ganz toll der Prozess, wenn man dann noch mal sieht, okay, was habe ich mir so gedacht, wie ist es geworden, was habe ich erreicht, was habe ich vielleicht nicht erreicht.
00:17:02: Also, ich glaube, dafür ist es sicherlich auch ganz gut.
00:17:04: Aber jetzt hast du ja am Anfang gesagt, dass du eben nicht so ein esoterischer Mensch bist, dass es dir viel zu esoterisch war.
00:17:11: Nun bist du quasi die bekannteste Person zum Thema Raunechte geworden.
00:17:15: Hat sich das dann für dich jetzt ein bisschen verändert im Laufe der Zeit?
00:17:18: Also würdest du jetzt doch... irgendwie was spirituelles darin sehen.
00:17:21: oder ist es eher nach wie vor, dass du einfach sagst, das sind psychologische Mechanismen, wir Menschen funktionieren so, Punkt.
00:17:28: Du siehst mich stocken und schmunzeln.
00:17:31: Ja, es ist tatsächlich so, es hat sich was verändert und ich bin trotzdem noch in der Bodenständigkeit geblieben, also ich glaube jetzt weiterhin nicht an Engelchen und Co.
00:17:41: Ich sage immer, Die Magie steckt in uns drinnen, indem wir uns erlauben, uns uns selbst zuzuwenden und uns mit unseren inneren Sehnsüchten Gedanken auseinanderzusetzen.
00:17:53: Und dann glaube ich, dass all das, was wir uns trauen, mal zuzulassen, hinzuschauen und so zu benennen, eine magische Anziehungskraft entwickelt.
00:18:04: Andere würden tatsächlich sagen, die Tania ist spirituell.
00:18:06: Also wenn ich jetzt in meinem Unternehmenskontext unterwegs bin, dann würden die auch sagen, ja, ja, eine an der Klatsche.
00:18:14: Aber so schlimm.
00:18:15: Tatsächlich.
00:18:16: Es gibt Unternehmen, die gucken mich an und sagen, ich bin nicht die richtige.
00:18:20: Was sag ich auch?
00:18:23: Ich tue mich schwer damit und trotzdem versuche ich mich manchmal selbst zu überzeugen, dass es genau das auch gibt, was wir nicht erklären können.
00:18:32: Warum?
00:18:32: Es gibt ja in diesen Raunechten dieses berühmte Ritual der dreizehn Wünsche.
00:18:38: Das ist dieses Ritual, wo man am einundzwanzigsten Dezember bei der Wintersonnenwende für sich mal Dinge aufschreibt, die man loslassen möchte und zeitgleich an diesem Tag beginnt, sich dreizehn Wünsche aufzuschreiben.
00:18:51: Die schreibt man jeden Wunsch einzeln auf einen Zettel.
00:18:54: Und dann tut man diese Zettel einmal falten, sodass man nicht mehr lesen kann.
00:18:58: und in jeder Raunacht zieht man einen dieser Wünsche und verbrennt ihn, umgelesen mit einem Wunsch ans Universum oder an die Wesen in dieser Anderswelt einem doch diesen Wunsch zu erfüllen.
00:19:10: Und jetzt sagen die meisten, es sind aber nur zwölf Frauen, ich der aber dreizehn Wünsche, dann sage ich immer, ja, der dreizehnte Wunsch ist tatsächlich der, für den man selbst verantwortlich ist, ihn umzusetzen.
00:19:23: Du hast gerade gesagt, du bist schon total neugierig da drauf zu schauen, was du letztes Jahr da reingeschrieben hast.
00:19:29: Ich mache das auch.
00:19:30: Ich schreibe mir tatsächlich auch nochmal meine Wünsche insgesamt mit.
00:19:33: Ich schaue da im Jahr über nicht mehr auf diese Wünsche.
00:19:36: Aber wenn ich dann im Resümee drauf schaue und jetzt über mehrere Jahre hinweg alle meine Wünsche haben sich erfüllt.
00:19:46: Oh, Wahnsinn.
00:19:47: Jeder.
00:19:47: Ich schnege Entsehaut.
00:19:48: Einstens.
00:19:49: Wunsch.
00:19:49: Und das kann ich nicht erklären.
00:19:51: Und ich bin bodenständig.
00:19:53: Da kann ich sagen, klar, da gibt es eine innere Motivation.
00:19:55: Und dann steuert man drauf hin.
00:19:58: Ich glaube aber auch, dass irgendjemand ist, der uns da führt und leitet und lenkt.
00:20:03: Auch wenn ich gleichzeitig immer sage, nee, den gibt es nicht.
00:20:08: Aber ich glaube, so sind die meisten Leute.
00:20:10: Also ich glaube, wenn man mit Leuten mal persönlich ins Gespräch kommt und sich näher kennenlernt, dann ... haben ganz viele ihrer kleinen Alter Spiritualität und auch natürlich Religion.
00:20:20: Ich meine, Religion hat ja auch einen festen Stellenwert für viele Menschen.
00:20:23: Das kann ja auch damit, kann man auch vieles erklären.
00:20:25: Das ist halt irgendwie spannend.
00:20:27: Ich glaube, wir Menschen brauchen sowas auch irgendwie.
00:20:29: Und es gibt ja auch Dinge, ich habe bei Biologie studiert und das ist ja eine Naturwissenschaft.
00:20:33: Und ich war doch überrascht im Laufe meines Studiums, wie oft es Dinge gab, die wir eben nicht erklären können.
00:20:38: Und das fand ich immer so spannend daran, dass man immer denkt, von außen betrachtet, man kann alles erklären.
00:20:43: Und wenn man dann Mal es von nahem erklärt, gibt es eigentlich überall auf der Welt Dinge, die wir nicht erklären können, obwohl wir das so gerne möchten.
00:20:51: Und ja, vielleicht hilft es ja auch, das anzunehmen.
00:20:54: Ich
00:20:54: bin der Psychologin und ich arbeite, ich bin systemisch ausgebildet.
00:20:58: Das heißt, ich schaue immer mehr den gesamten Kontext an, nicht nur eine Person.
00:21:02: Und ich arbeite auch immer wieder mal mit Aufstellungen.
00:21:06: Und in Aufstellungen, da geht ja jemand vielleicht wildfremdes in eine Position hinein, von der jemand aus dem Familienkontext darstellt.
00:21:16: Und dann kommen da Antworten hoch.
00:21:19: Und für mich höchst spannend und für die Psychologie ist tatsächlich, dass das, wenn man das dann abgleichen würde mit der Person, mit der echten Person, dass das ungefähr ... dem entspricht, was der auch sagen würde.
00:21:35: Und das kannst du gar nicht erklären.
00:21:37: Da sagen die Psychologen dann immer so, das sind die sogenannten wissenden Felder.
00:21:42: Man kann es nicht erklären, aber es ist so.
00:21:46: Spannend, spannend.
00:21:47: Ich wollte jetzt mal ein bisschen wegkommen von den Raunächten und mal ein bisschen allgemeiner über die Weihnachtszeit mit dir sprechen, weil dir ja jetzt vor uns liegt und wir das alle genießen, dass wir jetzt mal wieder Glühwein trinken können und auf den Weihnachtsmarkt gehen können und die ganzen guten Sachen essen können.
00:22:00: Also da gehört ja ganz viel dazu.
00:22:02: Und in Skandinavien ist es ja so, dass wir ja hier die Dunkelheit noch mal präsenter haben als in Deutschland.
00:22:09: Bei mir... ist es im Dezember so, dass wir so vier Stunden Tageslicht nur noch haben.
00:22:14: Also es ist schon sehr, sehr dunkel und hier in Skandinavien gibt es ja sehr viele Dinge, die wir tun, um uns auch in der Dunkelheit wohlzufühlen.
00:22:22: Also es wird viel mit Licht gearbeitet, also überall werden Kerzen angemacht.
00:22:27: Es werden viele kleine Lichtquellen aufgestellt in den Fenstern, wo es sich dann auch so spiegelt und das Licht dadurch ein bisschen... verbreitet wird, also vergrößert wird.
00:22:36: Und was würdest du als Psychologin sagen, wie kann uns das Licht in der Dunkelheit helfen?
00:22:43: Und was gibt es so für Dinge, die man machen kann?
00:22:46: In vielen Leuten geht es auch sehr schlecht in der dunklen Jahreszeit.
00:22:50: Denen geht es einfach nicht gut, die sind traurig und ein bisschen schwermütlich.
00:22:54: Was gibt es denn da für Tipps, was man auch in Deutschland machen könnte?
00:22:58: Also ein Wort zu diesem Licht, ich habe jetzt gerade dieses wunderschöne Adventsbuch rausgebracht und da schreibe ich auch über dieses Licht, was ja eine ganz, ganz uralte Kultur ist und nicht um sich es schön zu machen, sondern eigentlich um den Menschen draußen in der Dunkelheit zu signalisieren, du bist hier willkommen.
00:23:19: Willkommen fühlen und willkommen sein.
00:23:23: Ich glaube, das ist so eins dieser Grundprinzipien für die dunkle Jahreszeit, es sich selber gemütlich zu machen, um sich selbst in einem Raum willkommen zu heißen, im eigenen Raum mit Licht.
00:23:37: unfassbar schön und echt eine Möglichkeit.
00:23:40: Ansonsten ist es tatsächlich dieses Rausgehen, wann immer möglich, um dieses Vitamin D-III ist das, glaube ich, also einfach, um die Hormone da in Wallung zu bringen.
00:23:52: Ich selbst, ich bin jemand, ich komme ziemlich gut damit klar, deswegen schlüpfe ich, weil ich ja nicht eine, also ich bin ja keine Psychotherapeutin von dem her, welche Möglichkeit, man hat um gegen Depressionen oder Schwermütigkeit in der dunklen Jahreszeit anzukämpfen, die habe ich gar nicht von der Expertise her.
00:24:11: Aber natürlich, der gesunde Menschenverstand sagt, mach es dir schön, verabredet dich und warte nicht drauf, dass das Telefon bei dir klingelt und einfach gemütlich und heiß dich selber bei dir herzlich willkommen.
00:24:26: Und ich glaube, dann geht es schon besser.
00:24:30: Ja, ich glaube auch, dass diese nordische Gelassenheit ein bisschen daherkommt.
00:24:33: Also dass wir eben das so annehmen können hier in Nordschweeden oder in Skandinavien generell, dass die Leute das vielleicht mehr annehmen, dass es so die Natur sich wandelt und man weiß halt, es gibt den Winter, vielleicht kommt es auch daher und dass man eben dieses Licht, das finde ich mich auch interessant.
00:24:48: Das ist ja in Schweden so, dass man eben immer Lichter ins Fenster stellt und da gibt es auch verschiedene Theorien, wo diese Tradition herkommt.
00:24:54: Und eine ist eben auch, dass man eben Menschen helfen kann, falls ein Schneesturm ausbricht.
00:24:59: Dann ist es ja auch sehr schnell, sehr gefährlich bei uns.
00:25:01: Und dass man den Menschen dann helfen kann und signalisiert, je kannst du Hilfe bekommen.
00:25:06: Das fand ich total spannend, dass du das jetzt auch gesagt hast, weil das ist ja auch eine Theorie, warum man das hier macht, dass man überall Lampen in die Fenster stellt.
00:25:12: Das ist ja in Deutschland, glaube ich, eher nicht so verbreitet.
00:25:14: Aber ich gebe das mal mit für jeden als Tipp, weil es einfach so eine Gemütlichkeit macht und man sich so wohl fühlt, wenn man eben eine Lampe im Fenster hat.
00:25:23: Ich glaube, das ist nicht vergessen.
00:25:24: eine Tradition.
00:25:25: Ich glaube, dass es das früher vor allem auch im Erzgebirge mit diesen Holzbürgen, die da waren.
00:25:30: Also es gab es immer schon und dann war es halt irgendwann mal gefährlich.
00:25:34: Dann gab es ja auch diesen zweiten Weltkrieg, wo die Verdunkelung mit da war.
00:25:38: Aber diese Kerze ins Fenster ist schon was Traditionelles auch hier.
00:25:43: Also auf jeden Fall.
00:25:46: Ja, also ich finde das auch wunderschön.
00:25:48: Ich habe noch eine Idee zu, du hast gerade ja gesagt gehabt, dass das die nordische Gelassenheit ist und ich sage tatsächlich, man kann Gelassenheit lernen.
00:25:56: Jetzt sehe ich dann immer ganz viele Menschen, die sagen irritiert, nee, gelassen, ist man oder nicht?
00:26:02: Nee.
00:26:03: Es gibt zu der Gelassenheit, gibt es eine wunderschöne Schwester-Tugend, also ein wunderschöner Wert, der begleitet mit dabei ist und das ist die Besonnenheit.
00:26:11: Und die Besonnenheit... ist, sich darauf vorzubereiten, wenn was passiert, wie ich damit umgehen kann, würde bedeuten, wenn ich doch weiß, dass die Dunkelheit einziehen wird da draußen, dann sagt mir die Besonnenheit schon, welche Strategie werde ich denn da entwickeln, um gut über diese Zeit zu kommen, also mit Lichter, mit Freunden, mit Weihnachtsmarkt oder vielleicht auch einfach mal mit... die Traurigkeit zulassen und einladen.
00:26:43: Wir sind ja immer so schnell dabei, es aussperren zu wollen, weil es so ein ungutes Gefühl ist.
00:26:48: und ich sage immer, was passiert, wenn du es einlädst und dich mal deinem Schmerz auch hingibst, darf doch auch sein, oder?
00:26:54: Ja, und ich glaube, das ist auch total wichtig.
00:26:56: Also, dass man das macht.
00:26:57: Ansonsten kann man ja gar nicht mit dieser Trauer umgehen lernen.
00:27:01: Also, das ist schon ein guter Punkt.
00:27:03: Und ich glaube auch einfach, dass die Leute hier im Norden deswegen eben gelassener sind, weil man es eben einfach annimmt.
00:27:08: Man weiß, dass es so ist und man versucht dann mit dem, ist genau, wie du das gesagt hast, dass man dann versucht mit dem, was man hat, das Beste daraus zu machen, indem man es eben gemütlich macht, viel Wert darauf legt, dass drin alles schön ist, dass man, dass man bäckt mit der Familie, das macht man ja in Deutschland auch, das ist eigentlich so.
00:27:24: viele schöne Traditionen, die man ja auch in Deutschland hat, dass man im Plätzchen begt und hier begt man eben andere Sachen.
00:27:29: Was ich ganz schön finde hier in Nordschwien ist auch oft so, dass man hier gibt es noch so alte Bäcker, also Bargastüger heißen die, also so kleine Häuschen, da gibt es so alte Holzofen drin.
00:27:38: Und die werden immer noch genutzt und gerade in der Weihnachtszeit, dann kann man die buchen hier in den Dörfern überall sind, und dann trifft sich dort die Familie in der Weihnachtszeit und beckt Brot.
00:27:48: den ganzen Tag, weil es dauert natürlich ewig, bis der Ofen dann so warm ist, dass man da auch wirklich Brot drin backen kann.
00:27:54: Und ich finde das auch so eine schöne Tradition und wird immer dieses spezielle Weihnachtsbrot gebacken.
00:27:58: Das ist so ein ganz dünnes, sieht ein bisschen aus wie ein Fladenbrot, eine Mischung aus Fladenbrot und Steckbrot, würde ich sagen.
00:28:03: Und am Ende dieses Backtages machen dann die Familien heutzutage meistens Pizza zusammen in dem heißen Ofen.
00:28:09: Und das sind ja so kleine Traditionen, auf die man sich dann immer wieder freut jedes Jahr aufs Neue.
00:28:14: Und deswegen sollte man versuchen, sich den Winter auch einfach schön zu machen.
00:28:18: Ja, eben besonnen daran zu gehen und gelassen.
00:28:20: Der Norden und der Süden scheint viel gemeinsam zu haben.
00:28:23: Wir haben tatsächlich hier in dem Dorf, in dem ich wohne, ein sogenanntes Backhäusle.
00:28:28: Und immer samstags wird dort Brot backen.
00:28:31: Schön.
00:28:32: Und am Abend, wenn der Ofen noch heiß ist, wird Dünnete.
00:28:37: Das ist dem Pizza.
00:28:39: Das wird süß, oder?
00:28:42: Ja, es ist süß.
00:28:43: Genau.
00:28:44: Und ich glaube, da was Ähnliches.
00:28:46: Und was machen da eben Menschen in Großstädten?
00:28:48: Und jetzt nochmal, warum ihr vielleicht oder warum es da oben gelaserner ist.
00:28:53: Ich glaube, da sind die Beziehungen zueinander.
00:28:56: Da sind einfach nochmal ganz anders gefestigt als jetzt einfach in diesem Deutschland.
00:29:02: Und ich bin wieder in dieser leider blödes Wortkriegsthematik mit drin, was wir bis heute miterleben, dass es viele verlorene Seelen sind, die unterwegs sind, die wenig in Familien verbünden oder in Verbünden unterwegs sind.
00:29:17: Und dann noch auch so viele Jahre nach diesen schrecklichen Geschehnissen immer noch versuchen, wieder zu sich selbst zu finden.
00:29:27: Ich glaube, dass die Einsamkeit ... in den nordischen Ländern nicht so ausgeprägt ist wie hier, oder?
00:29:33: Ah, glaubst du nicht?
00:29:35: Habe ich eine falsche Annahme zu euch?
00:29:37: Ich glaube schon, dass es in Schweden auch Probleme mit der Einsamkeit gibt, weil wir haben natürlich schon so was kein Vorurteil über Skandinavien ist.
00:29:44: Es ist leider die sehr hohe Suizidrate.
00:29:48: Und ich glaube, Menschen werden ja nur aufgrund ihrer Einsamkeit sicherlich auch uns zu so einem Schritt getrieben, könnte ich mir vorstellen.
00:29:55: Also es gibt hier auch viele Diskussionen, aber es wird eben auch Versuch zu thematisieren etwas gegen die Einsamkeit zu tun.
00:30:02: Und ich finde es ganz schön, dass eben die kleinen Dörfchen oder auch die Städte versuchen, gegen die Einsamkeit anzugehen.
00:30:09: Und sie sagen, also hier wird auch gesprochen von einer Epidemie der Einsamkeit.
00:30:12: Und dass es da aber Programme gibt, wo man wirklich versucht, die Leute daraus zu holen, aus ihm zu Hause sozusagen, also dass man Angebote schafft.
00:30:21: wo man in der Gemeinschaft etwas machen kann.
00:30:23: Und das kenne ich zum Beispiel aus Deutschland jetzt nicht so, aber es liegt vielleicht auch daran, dass ich es einfach nie darauf geachtet habe.
00:30:28: Aber hier gibt es zum Beispiel ganz, ganz viele Sachen, wo man einfach mal was basteln kann.
00:30:31: Also basteln nachmittage für Frauen und Aquarell malen und Sprachen lernen.
00:30:36: Also es gibt so ganz viele Angebote bei uns, die man nutzen kann und wo auch ganz viel Werbung für gemacht wird, dass man eben sich trauen soll, dahin zu gehen, eben um diese Einsamkeit ein bisschen vorzubeugen.
00:30:46: Aber... Gibt es so was bei dir auf dem Dorf auch?
00:30:49: Ja, ja.
00:30:49: Über uns heißt es tatsächlich Nachbarschaftshilfe, Mikado und so.
00:30:53: Also, das ist eine schöne Bestrebung.
00:30:57: Und du hast aber gerade einen wichtigen Punkt angesprochen.
00:31:00: Das heißt, das eine ist der Mut, da auch hinzugehen.
00:31:03: Und viele haben eben diesen Mut nicht.
00:31:06: Mich überrascht es gerade, dass es bei euch oder dass es in Schweden auch ein großes Thema ist.
00:31:12: Ein gesellschaftliches Thema der Einsamkeit, Rohr.
00:31:16: Ich glaube tatsächlich, dass Gemeinschaft natürlich die Antwort darauf ist, wobei ich glaube auch immer, es braucht die Mischung zwischen allein sein und gesellschaftlichem Miteinander.
00:31:25: Die gute Mischung macht es dann wieder aus.
00:31:27: Ja, genau.
00:31:28: Wie verbringst du denn Weihnachten?
00:31:31: Na, mit meiner Familie, wir müssen immer hier bei uns sein im Haus, weil das ja meistens sehr, sehr kalt werden kann in der Weihnachtszeit.
00:31:38: Das ist dann, beginnt der Hochwinter im Januar und Ende Dezember beginnt das dann so ein bisschen schon.
00:31:43: Und das heißt, wir haben dann die kälteste Zeit des Jahres vor uns.
00:31:47: Und tatsächlich müssen wir halt immer auch zu Hause sein, dass wir einfach unser Haus heizen.
00:31:51: Das ist immer ein bisschen gefährlich.
00:31:53: Ansonsten, aber wir haben so eine gute Mischung, würde ich sagen.
00:31:57: Wir haben mittlerweile hier einen guten Freundeskreis aufgebaut.
00:32:00: Und natürlich ist Weihnachten in Schweden auch ein reines Familienfest.
00:32:02: Und das ist gar nicht so einfach als Auswanderer, so ein Familienfest fern der Heimat zu feiern.
00:32:08: Weil ja, die Schweden natürlich in ihrer Familie feiern.
00:32:11: Und da ist man als deutscher Einwanderer nicht unbedingt eingeladen.
00:32:14: Aber es gibt ja auch andere Auswanderer hier in Schweden.
00:32:17: Und wir haben uns jetzt, also wir machen eine bunte Mischung.
00:32:19: Wir werden uns mit brasilianischen Freunden treffen und dieses ja deutsch-brasilianisches Weihnachtsfest feiern.
00:32:24: Da freue ich mich schon drauf.
00:32:26: Und dann haben wir so eine andere Familie.
00:32:28: Da sind auch die Großeltern mit hergezogen.
00:32:30: Das ist jetzt so ein bisschen unsere Adoptiv-Großeltern.
00:32:33: Die haben uns ein bisschen mit unter ihre Fittiche genommen.
00:32:35: Mit denen wollen wir uns treffen und wir werden jeden Tag was Schönes machen und was Schönes kochen.
00:32:40: Besonders toll finde ich es dann immer, wenn man das kombinieren kann aus verschiedenen Kulturen.
00:32:43: Also wir überlegen jetzt schon unser deutsch- brasilianisches Weihnachtsfest.
00:32:46: Dann haben wir es schon festgestellt, dass die Brasilianer, wir kommen ja auch aus Norddeutschland, bei uns ist man der Kartoffelsalat am Heiligabend und die Brasilianer essen auch Kartoffelsalat.
00:32:53: Also werden wir zwei verschiedene Arten Kartoffelsalat machen.
00:32:59: Aber wir genießen natürlich auch die Zeit mit unseren Kindern, weil die ja die Wände schon langsam relativ groß, sie sind sieben, zehn und elf.
00:33:07: Aber noch in einem Alter, wo sie diesen Zauber der Weihnacht zu sehen und sich erinnern können an die vorangegangenen Weihnachtsfeiern und jetzt darüber reden, welche Traditionen wir machen, was wir machen wollen, worauf sie sich wieder freuen.
00:33:19: Das ist total schön.
00:33:21: Ehe Weihnachten mit Kindern ist noch mal was ganz Besonderes.
00:33:36: Familie geht dann im Wald und ihr hemmert da selber einen um.
00:33:40: Ist das so?
00:33:44: Das ist so tatsächlich.
00:33:46: Es ist ein bisschen ungeschriebenes Gesetz hier oben in Nordschweeden.
00:33:48: Für den Eigengebrauch holen sich die meisten irgendwo aus dem Wald.
00:33:52: Wir haben ja genug Wald hier.
00:33:53: Was habt ihr für Bräuche um euren Christbaum drum herum?
00:33:57: Also in Schweden das ist ja... Ein lustiger Brauch und den haben wir tatsächlich aber noch nicht zu Hause gemacht, dass man mich um den Weihnachtsbaum tanzt an Heiligabend, sowie Pipi langstrumpf.
00:34:06: Das ist tatsächlich wirklich so, da werden dann bestimmte Lieder gesungen und dann fests sich die Familie an die Hand und tanzt um den Weihnachtsbaum.
00:34:12: Also eigentlich wollte ich das dieses Jahr auch mal machen, weil ich finde das so lustig und so langsam sind wir ja schon lange genug in Schweden, um das auch mal auszuprobieren.
00:34:18: Freu mich auf Bilder und Internet, wenn ich das sehe.
00:34:23: Soll ich dir mal erzählen, was wir für Bräuche haben um den Christbaum?
00:34:26: Ja, erzähl du mal.
00:34:27: Wir haben
00:34:27: nämlich tatsächlich zwei coole Bräuche, einen familiären und einer, der ist hier regional.
00:34:32: Der familiäre ist, wie heißen denn deine Christbäume?
00:34:36: Unsere haben keinen Namen.
00:34:38: Siehst du?
00:34:38: Und dann werden sie beliebig.
00:34:40: Unsere, jeder unserer Christbäume hat einen Namen.
00:34:45: Es hat alles angefangen, jetzt pass mal auf und es entsteht bestimmt ein Bild im Kopf mit der kugelgrunden dicken Bertha.
00:34:53: Das war eine super süße dicke Tanne, nicht ganz so groß, aber sie war goldig.
00:34:58: Dann war das stolze Ferdinand, war auch schon bei uns.
00:35:02: Dann gab es das Jahr, wo es tatsächlich, wo wir zu spät dran waren, dann haben wir gleich zwei genommen, Kalle und Kralle, die waren einfach Kümmerlinge.
00:35:11: Also tatsächlich unsere Familientradition ist, wir geben unseren Tannenbäumen Namen und wir erzählen dann nicht von sondern wir erinnern uns an den Namen, das ist eine total schöne Tradition.
00:35:27: Ich glaube, das werden wir auch machen dieses Jahr.
00:35:28: Ich glaube, wenn ich das meinen Kindern erzähle, das werden die richtig toll finden, das werden wir auch machen.
00:35:33: Und das andere dieses Regionale, das heißt bei uns Christbaumloben.
00:35:39: Und zwar direkt nach Weihnachten lädt man quasi hier die Umgebung ein.
00:35:43: Dann sagt man, schau doch mal unseren Christbaum an, wie schön da ist.
00:35:47: Und egal, wie schön oder hässlich der in den eigenen Augen ist, kommen dann alle und dann gibt es einen Schnäppsel und dann sagen alle, boah, ist der aber schön, dieser Christbaum, ja.
00:35:59: Und danach wird einmal OTAN-Baum gesungen, die erste Strophe aber nur, weil man muss ja dann weiter zum nächsten Christbaum gehen.
00:36:06: Und dann geht es früher auch
00:36:07: spainlos los.
00:36:08: Super
00:36:10: süß, oder?
00:36:11: Wann macht man das?
00:36:12: Das machst du nach Weihnachten.
00:36:15: Also wenn der Baum noch steht und da quasi der Familienstrasse rum ist, dann gehst du in einer anderen Kombo sozusagen los und es ist sehr lustig.
00:36:24: Aber bitte nur ein Schnaps pro Baum.
00:36:27: Ja, also ich wollte jetzt sagen, wenn man das ganze Dorf abläuft, dann... Fankt man nach Hause wahrscheinlich.
00:36:33: Aber in Schweden gibt es auch noch eine ganz lustige Sache.
00:36:34: Die kennen ganz viele Deutsche.
00:36:36: Nämlich aus einer Werbung, ich glaube aus den Neunzigern von IKEA, wo nämlich die Weihnachtsbomber rausgeschmissen werden.
00:36:43: Ich weiß nicht, euch hat es natürlich auch an die Werbung erinnern wahrscheinlich, ne?
00:36:46: Ja, ich glaube ja, hier ist Knut oder Kot.
00:36:48: Genau.
00:36:48: Knut, Knut.
00:36:48: Guck mal, die haben auch einen Namen.
00:36:50: Schweden?
00:36:51: Ja, das ist der Tag, also das ist ein eigener Feiertag sozusagen, das ist der Knütsdagen und das am dreizehnten Januar, solange bleibt nämlich der Weihnachtsbaum stehen in Schweden.
00:37:00: Nämlich ist es dann das offizielle Ende der Weihnachtszeit und dann werden auch Lieder gesungen und Sachen, also Sprüche aufgesagt, also irgendwie reimt sich dann ganz viel auf Knüt und Zlüt, also New Year Julien Zlüt, heißt jetzt ist Weihnachten vorbei und da ist es dann quasi so ein ganz bewusstes loslassen der Weihnachtszeit, was ich echt auch total süß finde.
00:37:19: Und da ist es dann so, dass man nochmal die Reste ist, also was so vom Weihnachtenessen noch irgendwie übrig ist eingefroren oder so, da trifft man sich dann nochmal und ist das nochmal gemeinsam mit der Familie, dann wird der Baum abgeschmückt und dann wird der Baum aus dem Fenster rausgeworfen ganz oft.
00:37:34: Also es ist tatsächlich so und dann liegen tatsächlich hier in Schweden auch in Stockholm und überall einfach die Weihnachtsbäume so auf der Straße und die werden dann halt die Tage später abgeholt.
00:37:43: Aber ich finde das auch irgendwie super lustig, dass man da noch mal so ein Endpunkt setzt von dieser Weihnachtszeit am thirteenthen Januar.
00:37:49: Und passt dann ja auch wieder so ein bisschen zu der Raunachtthematik, dachte ich mir, dass man eben noch mal bewusst loslässt und dann symbolisch so den Neuanfang startet, oder?
00:37:57: Was meinst du,
00:37:58: wo du es hast?
00:37:59: Ja, ich glaube auch, dass es so Rituale und so ganz... bewusste Punkte gibt und zu dem er sagen kann und von da, da nehme ich Abschied und von da angeht es dann weiter.
00:38:09: Das ist ja bei den Raunechten sozusagen der drei Königstag.
00:38:12: Das ist der, an dem man sich ausrichtet auf das Jahr und sich mal im Januar erstmal so einpendelt, ohne gleich loszulegen, sondern mal zu schauen, wo geht es hin.
00:38:23: Ich finde, das ist eine wunderbare Tradition und also passt zu den Raunechten, passt zu der ganzen Zeit einfach dazu.
00:38:31: Ich bin ja fest überzeugt, dass jedes aktive Loslassen auch wunderbare Freiräume schafft, in dem man sagen kann, okay.
00:38:38: Und da darf ich jetzt auch ganz legitim, ganz behutsam wieder was reinlegen, was ich gerne hätte, was soll stattfinden in diesem Jahr.
00:38:46: Ja, das finde ich auch immer ganz spannend, weil ich bin jemand, mit Fett loslassen, relativ schwer.
00:38:50: Und wenn ich es dann geschafft habe, dann bin ich immer, werke ich auch immer, diese Lehrstelle, die dann wieder gefüllt werden kann.
00:38:57: Das ist auch ein befreiendes und gutes Gefühl.
00:38:59: Aber was ich dich jetzt noch fragen wollte, Ich hab ja Kinder und eine Familie und witzigerweise hab ich letztes Jahr die Raunächte zusammen mit meiner Schwiegermutter gemacht.
00:39:06: Und ich frag mich so ein bisschen, hast du da vielleicht ein Tipp, kann man das irgendwie mit der Familie gemeinsam machen?
00:39:11: Kann man das auch mit Kindern schon machen
00:39:13: oder?
00:39:14: Was meinst du?
00:39:15: Ja, unbedingt.
00:39:16: Also dieses Ritual der dreizehn Wünsche ist für die Kinder extrem schön.
00:39:19: Es gibt auch eigene Bücher dazu.
00:39:22: Eine Kollegin, die Christine Dohler, die hat eines der ersten geschrieben, Raunächte mit Kinder erleben, wo es noch einen kleinen Elfin gibt, die das mitbegleitet.
00:39:32: Ich finde schon allein dieses Bild, wenn man sagt, okay, es gibt so eine gemeinsame Wunschdose in dieser dreizehn Wünsche und sich auf der Ebene des Alters mit den Kindern da... mitzuinvolvieren.
00:39:45: Das ist für Kinder extrem wichtig und auch, ich würde mal sagen, lehrreich, innezuhalten und sich bewusst zu überlegen, für was ist man denn dankbar?
00:39:56: und was würde ich mir gerne wünschen und das ist in der Regel bei den Kindern auch abseits jeglicher, ich sag mal, Puppe und Karrierebahn oder jetzt sind es ja eher Smartphones oder so, sondern wenn wir es schaffen, uns... Gesichtsmäßig zuzuwenden und herzensmäßig zuzuwenden, dann sind die Kinder da wunderbar mit drin.
00:40:18: Also ja, unbedingt Kinder, aber auch kindgerecht.
00:40:22: Und das ist das Ritual der Dreizehn-Wünsche macht den Kindern einen Heiden-Spaß auch.
00:40:28: Ja, das glaube ich.
00:40:29: Ich versuche es auch jedes Jahr für meine Kinder so ein bisschen, das war uns die Familientradition an Silvester, dass ich da den ganzen Abend über jede Stunde eine dass ich die Aktivität habe quasi.
00:40:39: Und es hat auch immer ganz viel mit Zurückschau zu tun und mit Wünschen fürs neue Jahr.
00:40:43: Und die Kinder fordern sich das jetzt.
00:40:45: Also letztes Jahr hatte ich nicht so richtig Lust, muss ich sagen, da war ich so auch, da hat ich ja die Raunechte gemacht und habe irgendwie gedacht, ach nee, aber meine Kinder haben sich das richtig eingefordert.
00:40:52: Und ein Bestandschein ist beispielsweise, dass wir so Luftballons haben.
00:40:55: Und da schreibe ich immer die Uhrzeiten auf und dann dürfen die die kaputt machen um die Uhrzeit.
00:40:59: Das fände ich natürlich auch mal ganz toll.
00:41:00: Dann knallte es schon so ein bisschen und so.
00:41:02: Und ja, ich habe es so ein bisschen überlegt, dieses Jahr mit meinen Kindern auch ... über die Raunächte zu sprechen, weil ich glaube, es würde denen sehr, sehr gut gefallen.
00:41:09: Und ich glaube auch, dass diese Selbstversorgung, die man im Endeffekt lernt, wichtig ist für Kinder.
00:41:13: oder was meinst du dazu?
00:41:15: Also ich finde, das ist im Endeffekt Selbstversorgung, die man dann... betreibt in dem Moment, wo man sich damit beschäftigt.
00:41:21: Da können sich Kinder ganz, ganz viel abschauen davon.
00:41:24: Also ich habe ja nicht drei wie du, ich habe ja in Anführungszeichen nur einer, aber der Mika, das ist ein nordischer Name, der Mika weiß ganz genau, dass diese Zeit, die Zeit ist, in der ich mir selbst für Sorge gönne und mich zurückziehe und da auch keiner stören darf und auch soll.
00:41:46: und schon allein, dass er das mitbekommen hat lässt mich hoffen dass er eines tages auch genau das für sich erleben kann.
00:41:53: wenn er dann einfach weiß Er braucht Zeit für sich.
00:41:57: Er möchte sich mal in Ruhe Gedanken machen, dass das ganz legitim ist.
00:42:01: Und da können wir einfach nur über Vorbilder sein und Ideen geben, mitnehmen.
00:42:06: Also das Einzige, was er mal irgendwann mal gesagt hat, das erste Jahr, hat ich versucht, die Raunächte auch mit Räuchern zu verbringen.
00:42:12: Und der kam später hierher und sagte nach, was stinkt denn hier?
00:42:18: Also das sind wir uns wahrscheinlich ähnlich, wenn wir sagen, wir können die Gerüche, die sind einfach nicht unsere, aber ... der weiß, das ist Tabu-Zeit, genau.
00:42:27: Also, dass es selbst für Sorge ist, darf von anderen nicht übergriffig benutzt werden.
00:42:32: Und das wird er lernen.
00:42:34: Ja, und ich finde, das ist wirklich wichtig, dass man das auch gerade in der heutigen, schnell liebigen Zeit irgendwie nicht vergisst und dass man das auch seinen Kindern vorlebt.
00:42:42: Also, ich finde, da ist es gerade für uns Mütter oft auch schwer, weil wir ja... Wir sind ja so universell, wir machen sowieso immer falsch.
00:42:49: Wir arbeiten zu viel, zu wenig, wir kümmern uns zu viel um die Kinder zu wenig.
00:42:53: Aber wir sind natürlich auch immer da und das sollen wir auch.
00:42:56: Aber ich finde, es ist auch wichtig, dass meine Kinder wissen, dass ich meine eigenen Grenzen kenne, damit sie ihre eigenen Grenzen später auch kennen können.
00:43:02: Ich finde es wichtig, ich habe ja ganz viele Interviews mit der Zeit und mit anderen Zeitschriften.
00:43:08: zwei Jahre ein Interview gehabt, da hat es mir fast im Boden rausgehauen.
00:43:13: Da hat es mich so wütend gemacht, eine Frage, weil die Journalistin mich gefragt hat.
00:43:18: Aber haben wir nichts Besseres zu tun, als jetzt hier die Raunechte zu zelebrieren, auf der Welt toben, die Kriege und du kümmerst dich um dich mit Selbstversorgung und Nachbarkeit?
00:43:31: Und dann habe ich gesagt, Schau mal in die siebte Raunacht hinein.
00:43:34: Du kannst nur für andere auch gut da sein, wenn es dir selber auch gut geht.
00:43:41: Und es ist ein Unterschied zwischen einer Selbstbekenntnis und einer Selbstversorgung, Versorge und Egoismus.
00:43:47: Das sind zwei komplett verschiedene Dinge.
00:43:50: Und letztendlich glaube ich an ein System, das nenne ich aus der Psychologie immer ansteckende Gesundheit.
00:43:56: Je mehr Menschen quasi sich auf Werte wieder besinnen und das ist ja die Zeit der Raune.
00:44:02: Wir besinnen uns ja auf das, was wichtig und wirklich wert ist.
00:44:05: Und wir schmieden keine Kriege dessen.
00:44:08: Dann können wir das auch wieder im Sinne der ansteckenden Gesundheit in die Welt hineintragen.
00:44:13: Und meine Hoffnung ist, ohne Politik und ohne Waffen und was da alles geht, quasi dieses Friedenslicht jetzt immer wieder im Licht in die Welt hineinzutragen.
00:44:24: Also es ist quasi überbande.
00:44:27: Aber diese Frage fand ich.
00:44:29: Boden los.
00:44:31: Eine andere Frage war es, ob es nicht Weltflucht ist.
00:44:34: Also im Sinne von dem, was wichtig ist, sich abzuwenden, sage ich nie, um sich Auszeit zu nehmen, ein Stück nebenden Teller zu treten und zu sehen, was passiert, denn da eigentlich wieder, um gestärkt da reinzugehen, weil wir sind spielbar dessen, was da draußen passiert.
00:44:51: Ja, auf jeden Fall.
00:44:52: Ja, aber genau so ging es mir in diesem Jahr auch.
00:44:54: Also ich bin durch die Raunächte.
00:44:57: sehr viel gestärkter in dieses Jahr, zwanzig, fünfundzwanzig gegangen und habe mich auch weniger vom Außen verunsichern lassen, muss man sagen.
00:45:05: Das Rauschen der Welt.
00:45:06: bleibt der auch bei uns in Lapland nicht aus.
00:45:08: Wir wissen schon auch, was so passiert in der Welt.
00:45:10: Und man ist natürlich auch erschüttert von vielen Dingen.
00:45:13: Aber für einmal ein eigenes Seelenheil habe ich das gemerkt, dass es mir sehr gut getan hat.
00:45:16: Und ich glaube, das hat ganz viel mit diesen Raunechten zu tun, dass ich einfach viel gestärkter in diesem Jahr war, emotional gestärkter.
00:45:22: Und dann kann ich ja auch wieder gut für andere da sein, das ist genau wie du sagst, und auch gut für meine Kinder und meine Familie da sein, zum Beispiel.
00:45:28: Ja, apropos Kinder und Familien, ich habe ja die am Anfang die Frage der Nordenzitz gestellt und du warst ja schon total auf dem richtigen Weg.
00:45:35: Ich finde, dass aber irgendwie so eine süße Tradition hier in Schweden, die auch ganz wichtig für meine Kinder ist.
00:45:41: Also dieser Brauch kommt aus dem ländlichen Schweden, mit dem, dass man eine Schüssel mit Grütze oder heutzutage mit Milchreis am Weihnachtsabend rausstellt.
00:45:49: Man hat mich immer geglaubt in Schweden, dass auf den einsamen Höfen und auf diesen sehr ländlichen Gebieten glaubte man nämlich, dass jeder Hof einen kleinen Tomte hat, also einen kleinen Hausgeist, der sich um die Pisse wohne.
00:46:04: des Hofes und um die Landgüter, die dazugehören, kümmert.
00:46:09: Und dieser Tomte ist eigentlich ein ganz alter Hausgeist, der also noch aus der Vorzeit kommt, bevor man dann diesen Hof gebaut hat.
00:46:17: Und der ist eigentlich sehr freundlich und wacht eben über die ganze Familie.
00:46:20: Und dazugehören auch die Tiere und wie gesagt die Ernte und eben alle Familienmitglieder.
00:46:25: Und man muss diesen Geist aber gut behandeln, denn wenn man das nicht macht, kann der halt auch wütend werden und dann bekommt man Unglück im nächsten Jahr.
00:46:34: Und deswegen ist es bis heute so, dass die Schweden, also wirklich die meisten, eben abends eine Schüssel rausstellen mit diesem Riesgrinsgröt.
00:46:41: Das ist dieser Milchreis, den man an Heiligabend hier ist.
00:46:44: Und da muss ein großer Klecks Butter in die Mitte, damit der auch wirklich sich darüber freut.
00:46:51: Und man bedankt sich sozusagen für die Hilfe des Hausgeistes im letzten Jahr und wünscht ihm alles gute Frohe Weihnachten.
00:46:58: Und ich finde, das ist eine süße Tradition.
00:47:00: Und es gibt einfach irgendwie ein gutes Gefühl, finde ich.
00:47:03: Also wir machen das auf jeden Fall auch und bedanken uns und hoffen dann auf ein gutes nächstes Jahr und eine gute Ernte im nächsten Jahr.
00:47:11: Wunderschön.
00:47:12: Ich habe mir gerade überlegt, wie ich jetzt die Schüssel rauslege.
00:47:14: Allerdings muss ich darauf achten, dass mein Hund sie nicht sieht.
00:47:19: Sonst ist unser schwäbische Alptomte da nicht sehr glücklich, weil er nur ein leeres Schüsselchen vorfindet, dafür aber mein Hund eine Zuckerschnute dafür hat.
00:47:32: Toll.
00:47:32: Vielen Dank fürs Teilen dieser wunderschönen Tradition.
00:47:37: Ja, ich dachte mir, vielleicht kann man das ja auch so ein bisschen zu Hause erzählen, seinen Kindern, wie das in Schweden.
00:47:42: Also ich finde sowas immer total niedlich und Kinder finden sowas ja auch immer echt total spannend, wenn sie hören wie andere Kinder Weihnachten feiern und was man woanders macht.
00:47:51: Ich würde dich jetzt noch ganz kurz fragen, wie jetzt sind wir am Ende dieser Podcast-Episode angekommen, aber hast du denn einen besonderen Wunsch, der vielleicht nicht zu persönlich ist für das nächste Jahr oder wo du schon weißt, was du bei deinen Dreizehn Wünschen mit aufschreiben wirst?
00:48:07: Also, ich habe vorhin gesagt, dass alle meine Wünsche in Erfüllung gegangen sind und ich bin jemand, der fast für sich behaupten kann.
00:48:17: Ich bin wunschlos.
00:48:19: glücklich.
00:48:20: Wie schön.
00:48:21: Das ist ein unfassbares Gefühl.
00:48:24: Also andere sagen, die ist bei sich innerlich angekommen, die strahlt auch diese Liebe und Zuverlässigkeit aus.
00:48:31: Und trotzdem gibt es immer noch kleine Wünsche.
00:48:34: und die kleine Wünsche sind also meine Eltern ginge gerade beide gleichzeitig im Pflege.
00:48:39: Aber ich möchte mein Wohnmobil unbedingt noch mehr nutzen und wollte eigentlich in diesem Jahr schon die Polarlichter sehen.
00:48:48: mit meinem Wohnmobil.
00:48:50: Und ich bin mir fast sicher, dass ich bei dir da oben wo vorbei zwischenwerdet, ich bin hochgekommen.
00:48:57: Ja, das ist mein Wunsch fürs nächste Jahr.
00:49:00: Übrigens, wenn ein Wunsch in dem einen Jahr nicht wahr wird, dann nimmt man den einfach mit fürs nächste Jahr und der hat dieses Jahr keinen Platz gehabt und das ist auch in Ordnung.
00:49:09: Und den nehme ich mit.
00:49:10: und dann gibt es irgendwann mal Bilder von uns beiden bei dir in Lapland und du zeigst mir deine Polarlichter.
00:49:17: Wie wäre das?
00:49:18: Das kriegen wir doch hin.
00:49:19: Also ich glaube, den Wunsch den kann ich dir erfüllen, dass du dir mal eingeladen bist und wie genau gemeinsam polarisch dann auf die Spur kommen.
00:49:25: Ich glaube, das können wir auf jeden Fall machen.
00:49:28: Ach Mensch, vielen Dank, liebe Tanja.
00:49:29: Ich fand diese Folge total bereichernd.
00:49:32: Ich finde das total beeindruckend, was du zu erzählen hast.
00:49:34: Ich könnte jetzt ehrlich gesagt noch viele Stunden mit dir weiterreden.
00:49:38: Vielleicht lad ich dich auch nochmal ein, wer weiß.
00:49:41: Ich hoffe auch, dass euch auch diese Folge gefallen hat.
00:49:43: Wenn euch diese Folge gefallen hat, dann teilt sie gerne mit jemandem, der auch Interesse hat für diese besondere Zeit zwischen den Jahren.
00:49:50: Und ich wünsche euch ganz viel Licht in der Dunkelheit und ein bisschen Magie in den rauen Nächten.
00:49:56: Ich hoffe, dass ihr sie vielleicht feiert.
00:49:58: Und ich wünsche euch auch, dass auch bei euch ein kleiner Taumutter über euch wacht.
00:50:03: Und vielleicht bedankt ihr euch mal bei dem.
00:50:05: Und wenn ihr diesen Podcast noch nicht folgt, dann folgt ihm noch gerne, gibt mir gerne eine Bewertung und ansonsten sage ich erstmal
00:50:12: Heydo
00:50:13: aus dem Hohen Norden.
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